„Brumca litt schon seit Längerem an Arthrosen bzw. Verkalkungen in den Gelenken der linken Gliedmaßen, aber bis vor Kurzem hat sie noch brav ihre Schmerzmittel eingenommen und konnte somit ihr Leben noch genießen“, erklärte Sigrid Zederbauer, die Leiterin des Bärenwalds Arbesbach. Eine zuletzt diagnostizierte Erkrankung der Niere habe noch gut behandelt werden können.
„Seit einigen Tagen jedoch verließ sie merklich die Kraft; sie verweigerte ihr Futter und damit auch die Medikamente“, berichtete Zederbauer über die Bärin: „Es wurde klar, dass wir sie gehen lassen müssen. Wenngleich wir uns schon länger auf ihren Abschied vorbereiten konnten, sind wir untröstlich. Sie hinterlässt eine riesige Lücke.“
Traumatische Erfahrung in jungen Jahren
Brumca wurde 1992 in einem slowakischen Tierpark geboren. Mit nur wenigen Wochen wurde sie an Unternehmer verkauft, die sie wiederum einem österreichischen Geschäftsmann schenkten. Dieser sperrte die Bärin in einen 35 Quadratmeter großen Verschlag, in dem sie dahinvegetierte. Nach einem Konkursverfahren wurde Brumca Vier Pfoten zugesprochen und am 9. September 1998 nach Arbesbach gebracht.
„Noch Jahre nach ihrer Rettung zeigten sich die Folgen dieser traumatischen Erfahrung. So ging Brumca etwa lange Zeit auf einer Fläche nervös auf und ab, die exakt der Breite ihres früheren Käfigs entsprach“, hieß es.
Abschied mit Lieblingsleckereien
Mit der Zeit sei sie „zu einer echten Diva, die das Team immer auf Trab hielt“, geworden, so Zederbauer. Auf gar keinen Fall habe man ihr etwa Obst und Gemüse zerschneiden dürfen. Nach einem Bad im Teich wuzelte sich Brumca öfters in Sägespänen, bestimmten Duftstoffen, Gewürzen oder zuletzt in getrocknetem Kaffeesud.
Den Abschied haben die Tierpflegerinnen und Tierpfleger Brumca so schön wie nur möglich gemacht: „Sie hat die letzten Tage alle Leckereien bekommen, die sie geliebt hat: süße Melonen, Trauben, Walnüsse, Äpfel, Tomaten und vieles mehr“, sagte Zederbauer. Nach dem Tod der Bewohnerin leben in dem Schutzzentrum nun mit Erich, Felix, Dunbar und Mici vier Braunbären auf insgesamt 24.000 Quadratmetern.