Bis zum letzten Spieltag der vergangenen Saison war der SKN mittendrin im Titelrennen. In einem dramatischen Fernduell mussten sich die St. Pöltner am letzten Spieltag der Austria aus Lustenau geschlagen geben und ihre Titelhoffnungen damit begraben. Die Gründe für den Nichtaufstieg waren für Trainer Cem Sekerlioglu im Rahmen einer intensiven Saisonanalyse schnell gefunden.

„Da ging es ganz klar in Richtung Offensive“, so Sekerlioglu im Gespräch mit noe.ORF.at. „Wir haben 14 Mal zu Null gespielt, das ist schon eine Hausnummer. Trotzdem haben wir es am Ende nicht geschafft. Dann geht es darum, dass du mehr Chancen kreieren oder auch verwerten musst. Daran haben wir im Sommer sehr viel gearbeitet“, so der 47-Jährige.

St. Pölten holt Goalgetter zurück

Aus diesem Grund legte man einen Tag vor Saisonstart auf der Stürmerposition nach. Mit Luis Hartwig kommt ein ehemaliger Publikumsliebling und zugleich Wunschkandidat von Sekerlioglu zurück in die NV Arena. In der Saison 2022/2023 überzeugte Hartwig mit zwölf Treffern und sechs Assists. Nun soll der Heimkehrer die St. Pöltner in Liga eins schießen.

Der Aufstieg wäre vor allem für die Vereinskassen von enormer Bedeutung, betont Vizepräsident Dietmar Wieser. „Das wäre natürlich ein Gamechanger im positiven Sinn, was die Erledigung unserer finanziellen Historie betrifft. Ein Aufstieg würde uns da sehr weiterhelfen“, so Wieser. Am Freitag soll bereits der erste kleine Schritt gesetzt werden. Im Topspiel trifft man in Wien auf den Floridsdorfer AC (20.30 Uhr, live auf ORF Sport Plus).

Krisenstimmung in der Südstadt

Vom Aufstieg redet hingegen in der Südstadt niemand. Admira Wacker könnte sogar zum großen Sorgenkind werden. Nach der 0:2-Blamage in der ersten Cuprunde gegen den Viertligisten Leithaprodersdorf macht sich in Maria Enzersdorf (Bezirk Mödling) bereits Krisenstimmung breit. Ganz überraschend kam der Fehlstart jedoch nicht. Die Admira verkaufte im Sommer zahlreiche Leistungsträger. Elf Spieler haben den Traditionsklub verlassen.

Dazu gehören unter anderem das eingespielte Innenverteidiger-Duo Matija Horvat und Stefan Haudum. Ein weiterer schmerzhafter Abgang ist Lukas Malicsek. Der 27-Jährige war jahrelang fester Bestandteil des Teams. Die Abgänge konnte die Admira aufgrund der finanziell angespannten Situation trotz eines Investors bisher nicht kompensieren. Am Freitag (18.30 Uhr) ist das Team von Trainer Harald Suchard zum Saisonstart zu Hause gegen Rapid II gefordert.

Neuer Trainer in Amstetten

Bei Amstetten tat sich im Sommer einiges. Erfolgstrainer Patrick Enengl verließ den Verein in Richtung Vienna. Sein Nachfolger Andreas Gahleitner tritt nun in große Fußstapfen. „Sie haben es echt gut gemacht in den letzten beiden Jahren. Am Ende des Tages sind ein sechster und ein siebenter Platz herausgekommen. Wenn es möglich ist, wollen wir uns wieder dorthin orientieren, aber das wird natürlich schwer“, ordnet der 44-Jährige die Situation im Mostviertel ein.

Ob Gahleitners Trainerdebüt gelingt, entscheidet sich am Freitag (18.30 Uhr) bei Aufsteiger Voitsberg. Zu den großen Titelkandidaten zählen neben dem SKN St. Pölten auch die Vienna und Blau-Weiß Linz. Neben den Oberösterreichern ist mit Wacker Innsbruck noch ein weiterer Traditionsverein zurück in der zweithöchsten Spielklasse. ORF Sport Plus überträgt das Topspiel der 2. Liga jeden Freitag live.