Ein hinterhältiger „Ölprinz“ hetzt in dem Theaterstück die Ureinwohner und eine Gruppe Siedler gegeneinander auf. Eine verbotene Freundschaft zwischen der Tochter des Häuptlings und einer Siedlerin verschärft den Konflikt. Winnetou und Old Shatterhand greifen ein, um die Wahrheit aufzudecken.

Auch abseits der Bühne verbindet die beiden Hauptdarsteller Marco Valenta und Erich Schmidt eine enge Freundschaft. „Die Freundschaft, die Winnetou und Old Shatterhand haben, haben auch wir“, sagt Valenta. Das stärke die gemeinsame Arbeit auf der Bühne, so Schmidt. „Schneiden würden wir uns aber nicht.“

Erste Regisseurin bei den Festspielen

Mit Leonie Weiss inszeniert erstmals eine Frau die Karl-May-Festspiele in Gföhl. Weil sich ein Schauspieler verletzt hat, spielt sie auch selbst in dem Stück mit. Die Rolle des Häuptlingssohns wurde damit kurzerhand zu einer weiblichen Rolle umgeschrieben. Insgesamt wirken knapp 70 Darstellerinnen und Darsteller sowie 25 Pferde mit.

„Es ist eine große Aufgabe, das alles zu koordinieren“, sagt Weiss. Für die Tiere gebe es eigene Proben, bei denen Schüsse, Pyrotechnik, Musik und Ton schrittweise geübt würden. Auch Reaktionen aus dem Publikum würden simuliert. „Leute sitzen im Publikum und applaudieren, schreien und jubeln für uns, damit sich die Pferde daran gewöhnen.“

Umgang mit Kritik an Karl-May-Geschichten

Die Kritik, dass die Geschichten von Karl May alte und rassistische Bilder zeigen würden, nehme sie bei ihrer Inszenierung „sehr ernst“, so die Regisseurin. Verfälschen wolle sie aber nichts. „Wir wollen die Geschichten erzählen und auch am Leben erhalten“, sagt Weiss.

Die erste Vorstellung findet am 1. August statt. Bis Ende des Monats stehen Hobby-Schauspielerinnen und -Schauspieler gemeinsam mit Profis immer an den Wochenenden auf der Freiluftbühne in Gföhl. Neben den Aufführungen gibt es bei den Karl-May-Festspielen auch eine Pferdeshow, Tanzaufführungen und ein Kinderprogramm. Karten sind online sowie vor Ort erhältlich.