Die Pollensaison dauert Expertinnen und Experten zufolge mittlerweile bis zu 300 Tage im Jahr. Den Anfang macht die Purpurerle, die teilweise bereits im Dezember zu blühen beginnt. Derzeit sorgen vor allem zwei invasive Pflanzenarten für zusätzliche Belastungen bei Allergikerinnen und Allergikern.

In den vier Pollenfallen in Niederösterreich werden bereits Ragweed-Pollen registriert – und damit einige Wochen früher als üblich. Dazu kommt der Einjährige Beifuß. Der ursprünglich aus Asien und dem Balkanraum stammende Neophyt breitet sich aus und blüht bis weit in den Herbst hinein.

Olivenpollen könnten zum Problem werden

Die Pflanzenwelt in Niederösterreich werde zunehmend mediterraner, sagt Markus Berger, Leiter des Österreichischen Polleninformationsdienstes gegenüber noe.ORF.at. Ragweed und Einjähriger Beifuß seien Vorboten weiterer Pflanzenarten, die bisher vor allem aus südlicheren Regionen bekannt seien.

So breite sich etwa der Götterbaum in Niederösterreich bereits aus, obwohl er hierzulande nicht in Gärten gepflanzt werden darf. Auch die Zypresse könnte künftig stärker zum Landschaftsbild gehören. Für Allergikerinnen und Allergiker könnte zudem die zunehmende Pflanzung von Olivenbäumen problematisch werden. Deren Pollen könnten wegen möglicher Kreuzreaktionen mit der Esche künftig allergologisch relevant sein. In südlicheren Ländern gelten Olivenpollen bereits als relevantes Allergen.

Pollenfallen liefern Informationen

Umso wichtiger seien die Pollenfallen in Niederösterreich, sagt Gesundheitslandesrätin Eva Prischl (SPÖ): „Seit 40 Jahren werden hier Daten erhoben, die helfen, genaue Prognosen zu erstellen um Allergikerinnen und Allergikern bestmögliche Informationen zu geben, damit Ärzte Diagnosen stellen und behandeln können.“

Die Zahl der Allergikerinnen und Allergiker steige zudem deutlich, das würden die Zahlen zeigen, erklärte auch Landessanitätsdirektorin Regina Klenk: „Wir sehen dass die Pollenbelastung in neuen invasiven Arten stark zunimmt und damit auch die Allergieraten.“

Dauer der Pollensaison verlängert

Im „NÖ heute“-Gespräch mit Moderatorin Veronika Kaizar sagt Markus Berger, Leiter des Österreichischen Polleninformationsdienstes, „vor 20 Jahren war es noch eine deutlich andere Belastung. Wir sehen, dass die Pollensaison so im Schnitt ca. zwei Monate früher beginnt, als es noch vor 20 Jahren war und dann im Herbst auch zwei Monate länger andauert.“

Talk mit Markus Berger (Leiter des österreichischen Polleninformationsdienstes)

Markus Berger, Leiter des österreichischen Polleninformationsdienstes, sprach über die steigende Pollenbelastung und erklärte, wann es für Betroffene wieder leichter wird bzw. was diese bei Beschwerden tun können.

Grund dafür seien einerseits die steigenden Temperaturen, andererseits invasive Pflanzenarten, die es vor 20 Jahren in Österreich noch nicht gegeben habe, so Berger. Auf die Frage, wann es für Pollenallergiker wieder leichter werde, sagt Pollenexperte Berger, entscheidend sei vor allem das Wetter. Sollte es mehrere Tage mit anhaltenden Regenschauern geben, könne es noch im August zu einer Entlastung kommen.

Allerdings, bei Gewittern, könne es bei Betroffenen auch zu sogenanntem Gewitter-Asthma kommen. Bei kurzen, sehr starken Gewittern könne es dabei zu starken Beschwerden bis hin zu Asthma-Anfällen kommen, sagt Berger, deshalb „bei starken Sommergewittern, zuhause sein, Fenster schließen und abwarten.“