Am Areal des Agrarlogistikers „Fuchshuber“ an der niederösterreichisch-oberösterreichischen Grenze kommt normalerweise jeden Tag ein Güterschiff an. Die Schiffe bringen etwa Sojaschrott, Mais oder Dünger aus Deutschland und Osteuropa. Nun ist es hier aber ungewöhnlich ruhig, seit drei Wochen hat kein Schiff mehr angelegt. Der Grund: Der Transport übers Wasser rechne sich aktuell nicht.

„Die Wasserpegel sind so niedrig, dass die Schiffe an den Engstellen nicht mehr passieren können“, schildert Geschäftsführerin Daniela Fuchshuber. Zwar könnten die Güterschiffe weiterhin fahren, doch nur mit deutlich weniger Fracht. Bezahlen müssten sie aber den vollen Preis. „Es wird eigentlich alles auf Lkw oder Waggons umgeleitet“, so Fuchshuber.

Niedrige Pegelstände gebe es immer wieder, doch die derzeitige Niedrigwasserperiode halte bereits ungewöhnlich lange an, so Hans-Peter Hasenbichler, Geschäftsführer des Wasserstraßenbetreibers via Donau, gegenüber der „Zeit im Bild“: „Das Ziel ist, dass wir eine definierte Wassertiefe von 2,50 Meter zur Verfügung stellen“, betont er. Weil man 60 Zentimeter unter diesem Wert liege, könnten aktuell viele Schiffe nicht fahren.

Donau-Schiffe auf alternativen Routen

Niedrige Flusspegel, fast ausgetrocknete Teiche, ausgedörrte Felder: Weite Teile Österreichs werden aktuell von extremer Trockenheit geplagt. Die ersten sieben Monate des Jahres waren laut GeoSphere Austria so niederschlagsarm wie noch nie seit Beginn des 20. Jahrhunderts. Die neue Hitzewelle verschärft die Lage zusätzlich – mehr dazu in Extreme Trockenheit plagt Österreich (news.ORF.at; 31.7.2026).

Ausflüge auf der Donau würden weiterhin stattfinden, wenn auch anders als sonst. „Wenn die Schiffe nicht ihre normale Route fahren können, müssen die Routen angepasst werden. Sie legen also nicht in den Stationen oder Orten an, wo sie normalerweise anlegen würden und das bedeutet, dass die Landausflüge längere Anfahrten mit den Bussen haben“, sagt Adi Aigner, Prokurist der Donau Niederösterreich Tourismus GmbH. Neben alternativen Routen würde man zudem auf Alternativprogramme setzen.

Stornierungen bei Ausflugszielen

Bei manchen Ausflugszielen habe das allerdings 30 bis 50 Prozent an Stornierungen zur Folge. Vereinzelt würden außerdem auch Kabinenschiffe ihre Reisen absagen. Doch auf den Urlaubstourismus hätte das Niedrigwasser derzeit keine negativen Auswirkungen: „Wir merken bei den Nächtigungszahlen keine Rückgänge“, so Aigner. Die Touristinnen und Touristen würden sich und ihre Ausflugsziele an die Hitze anpassen und beispielsweise nicht während der Mittagszeit in der Innenstadt unterwegs sein.

Auch die Veranstalter und Reedereien weiterhin sich künftig noch öfter an das Wetter und die Pegelstände der Donau anpassen müssen, so Aigner: „Die Routen werden wahrscheinlich notfallmäßig angepasst werden, es werden Alternativprogramme gesucht, solche Dinge“, so Aigner.