Braune Wiesen, dürre Felder – Gras wächst rund um den Bauernhof von Rudolf Buchner in Traisen (Bezirk Lilienfeld) schon seit Wochen kaum noch. Schon beim ersten Grünschnitt im Frühling musste Buchner Ernteausfälle von bis zu 50 Prozent verzeichnen, der zweite sei dann gerade noch zufriedenstellend gewesen, seit Juni habe man nichts mehr zu mähen.

Für Rudolf Buchners Betrieb mit 70 Milchkühen sei die Lage „katastrophal“ – und so wie ihm geht es hunderten Milchbauern im ganzen Land. „Seit 35 Jahren wirtschafte ich schon auf dem Betrieb. Aber so ein Ausmaß an Dürre und Trockenheit haben wir eigentlich noch nicht erlebt“, so Buchner mit Blick auf seine trockenen Wiesen rund ums Haus.

Ungewissheit auch für den Winter

Das Jungvieh steht um diese Zeit normalerweise auf der Weide. Heuer ist das anders. Im Stall fächelt ein immenser Ventilator Luft, rechts stehen die Milchkühe, links in einem eigens abgetrennten Bereich das Jungvieh.

Zu Fressen bekommen sie die Reserven, die für den Winter gedacht waren. Ein weiteres Problem für die Betriebe, „weil wir wissen eigentlich überhaupt nicht, wie wir im Winter dann mit den Viehbeständen umgehen sollen, was wir denen dann eigentlich füttern sollen.“

So mancher Landwirt beginne bereits erste Tiere zu schlachten, um die Bestände für den Winter zu reduzieren. Für einen Familienbetrieb wie jenen von Rudolf Buchner sei das aber keine Lösung. Buchner versucht daher, Futter zuzukaufen. Das ist nicht nur teuer, sondern wegen der Dürre auch schwierig. Futtergras gebe es so gut wie gar keines.

Zugekaufter Futtermais als „letzte Rettung“

Buchner kauft also Maisflächen aus der Umgebung zu, deren Qualität aber wegen der Trockenheit noch unklar sei. Kostenpunkt 40 bis 50.000 Euro zusätzlich, für Futter, das normalerweise hinter seinem Hof wächst. „Aber das ist unsere einzige Rettung“, so Buchner.

Die Hoffnung sei, dass er sich mit der Mais-Ernte über den Winter retten könne. Auch wenn es kostspielig sei und angesichts der aktuellen Marktsituation eigentlich kaum leistbar. Der Erzeugerpreis für Milch sei „weit herunten“, der Fleischpreis falle ebenfalls, weil mehr Fleisch auf den Markt komme.

Geld aus Katastrophenfonds und zinsenfreie Kredite

Stellvertretend für viele Milchbauern fordert Rudolf Buchner, der auch Kammerobmann der Bezirksbauernkammer Lilienfeld ist, ein Maßnahmenpaket für die betroffenen Bauern: Geld aus dem Katastrophenfonds, zinsenfreie Kredite etwa für Futtermittelzukäufe, einen Importstopp für Rindfleisch aus Drittstaaten sowie eine verpflichtende Herkunftskennzeichnung, damit Konsumentinnen und Konsumenten heimische Betriebe bewusst unterstützen können.

Viele Familienbetriebe stünden jetzt massiv unter Druck und sie brauchen rasche Hilfe, so Buchner, der angesichts der Wetterprognosen nicht mehr damit rechnet, dass in den nächsten Wochen auf seinen Wiesen noch ausreichend Futtergras für den Winter wächst.