Der Große Kamp war im Unterlauf bei Jettsdorf stellenweise ausgetrocknet, es kam kein Wasser mehr nach. Ein erschreckendes Bild für Einheimische, führt der Fluss doch normalerweise einen Meter tiefes Wasser über eine Breite von 15 Metern.

Auch Gewässer wie die Pielach oder die Traisen sind derzeit stellenweise so seicht, dass es für die Fische dort immer schwieriger wird, zu überleben. Um die Situation zu entschärfen, haben jetzt Wasserkraftwerksbetreiber freiwillig mehr Wasser aus den Mühlbächen abgegeben – mehr dazu in Seichte Gewässer: Lage für Fische dramatisch (noe.ORF.at; 31.7.2026).

Um ein massives Fischsterben im Kamp zu verhindern, hat die Bezirkshauptmannschaft Krems nun auch die EVN gebeten, regulierend einzugreifen. Statt 1.400 Liter werden nun 2.000 Liter pro Sekunde über den Stausee Ottenstein (Bezirk Zwettl) an den Kamp weitergegeben.

Regen nicht in Sicht

Problematisch sei, dass bei der starken Hitze auch viel Wasser verdunstet, sagt Alexander Neumayr, der Obmann der Wasserwerksgenossenschaft. Außerdem werde das Wasser bei der Wehranlage auf zwei Gerinnen aufgeteilt, den großen Kamp und den Mühlkamp. Regen ist derzeit nicht in Sicht. Die Wasserstände in den Flüssen sinken.

„Die Situation ist so, dass flächendeckend in allen Gewässern Niederwasserführung herrscht“, sagt Martin Angelmaier, der Leiter der Abteilung Wasserwirtschaft beim Amt der NÖ Landesregierung. Zum Glück sei es aber in vielen Teilen Niederösterreichs gelungen, im Einvernehmen mit Wasserkraftanlagenbetreibern zusätzliches Wasser abzulassen, „damit in kritischen Situationen Verbesserungen erzielt werden können“.

Investitionen in Struktur der Gewässer notwendig

Laut Angelmaier sei damit zu rechnen, dass Etappen von großer Trockenheit und extremer Hitze künftig häufiger auftreten werden: „Das macht es notwendig, in die Struktur der Gewässer zu investieren. Beschattung und natürlicher Uferbewuchs können den Gewässern helfen, mit solchen Situationen besser umzugehen.“

Am Großen Kamp hat es 36 Stunden gedauert, bis das Wasser von den Stauseen angekommen ist. Die Situation hat sich etwas entspannt. Trotzdem bleiben aber die meisten Kleinwasserkraftwerke abgeschaltet, weil die Durchflussmengen einfach zu gering sind.