Wegfliegen und die Sorgen zuhause lassen – das ist für die meisten auf dem Weg in den Urlaub der Plan. In letzter Zeit kommt es vor dem Abflug aber immer wieder zu bösen Überraschungen, da mittlerweile neben Billigfliegern auch viele Airlines wie AUA und Lufthansa auf Tarife umgestellt haben, bei denen kein Handgepäck mehr inkludiert ist.
Ein Reisender aus der Schweiz berichtet am Flughafen Wien in Schwechat (Bez. Bruck/Leitha) etwa: „Ich war am Schalter und sollte für meine Tasche plötzlich zusätzlich noch einmal so viel zahlen, wie der Flug gekostet hat. Da habe ich gesagt: ‚Entschuldige, da läuft doch etwas schief!‘“ Die Lufthansa kündigte erst im April neue Regeln für Kurz- und Mittelstreckenflüge an – mehr dazu in Gratisgepäck schrumpft auf 40 x 30 x 15 (news.ORF.at; 23.4.2026).
Auch beim Infostand der Arbeiterkammer am Flughafen gibt es derzeit viele Nachfragen zum Thema Handgepäck. Konsumentenschutz-Expertin Sandra Nowak erklärt: „Ganz wichtig ist, dass man genau schaut und liest. Es kann sein, dass, wenn ich den Rückflug mit einer anderen Airline als den Hinflug mache, andere Gepäcksbestimmungen gelten. Da kann es sein, dass mein Handgepäck plötzlich zu groß oder gar nicht inkludiert ist, was den Ticketpreis erheblich verteuern kann.“
EU-weit einheitliche Regeln gefordert
Für Nowak braucht es dringend einheitliche Handgepäcksregelungen vonseiten der EU. Denn derzeit sei ein Preisvergleich bei der Buchung von Flügen schwierig, da oft unterschiedliche Leistungen inkludiert sind. „Der Tipp von uns ist, unbedingt Screenshots von der Buchung zu machen, um am Ende belegen zu können, dass ich auch das mithabe, was ich tatsächlich gebucht habe“, sagt Nowak.
Denn: Für jemanden, der bereits vor einer Tarifänderung gebucht hat – im Fall von Austrian Airlines und Lufthansa also vor dem 28. April – bleiben die Konditionen so, wie sie zum Zeitpunkt der Buchung waren. Den richtigen Flug zu finden ist jedenfalls oft gar nicht mehr so einfach – beim Lokalaugenschein von noe.ORF.at gaben einige Reisende an, deshalb wieder vermehrt auf Reisebüros zu setzen.