Rasensprengen oder Pool befüllen – das ist vielen Gemeinden in Niederösterreich derzeit ein Dorn im Auge. Denn wer bei der aktuellen Hitze eine grüne Wiese im Garten haben möchte, braucht enorme Mengen an Wasser – das kann die Versorgungssicherheit gefährden.

In Pressbaum (Bezirk St. Pölten) führt die aktuelle Trockenheit auch dazu, dass Wiener Wasser die Einspeisung über die II. Wiener Hochquellenleitung eingestellt hat. „Zurzeit verbraucht Wien leider zu viel Wasser und die Hochquellenleitung kommt nicht mehr nach. Deshalb wurden wir jetzt auf Wasser von der EVN umgeschalten. Aber wir werden ganz normal versorgt, da haben wir einen verlässlichen Partner“, erklärt Bürgermeister Josef Rothensteiner (ÖVP).

Wiener Wasser stellt Versorgung teilweise ein

Dass Wiener Wasser einzelne Gemeinden derzeit nicht beliefert, erklärt der stellvertretende Betriebsvorstand Norbert Klicha so: „Unsere Aufgabe ist die Risikominimierung für die Wiener Wasserbevölkerung.“ Auf die Nachfrage von noe.ORF.at, ob das "zuerst Wien, dann die Umlandgemeinden“ bedeute, sagt Klicha knapp: „Im Rahmen der Verträge“. Man sei jedenfalls in engem Austausch mit anderen Wasserversorgern.

Auch in Laab im Walde (Bezirk Mödling) hat der Hauptlieferant Wiener Wasser die Einspeisung über die Wiener Hochquellenleitung zwischenzeitlich eingestellt, allerdings nur etwa 24 Stunden lang. Mittlerweile werde man wieder versorgt, bestätigt Bürgermeister Peter Klar (Liste Miteinander für Laab) gegenüber noe.ORF.at.

In Weinzierl am Walde drohen Strafen

Immer mehr Gemeinden rufen jedenfalls zum Wassersparen auf. In Weinzierl am Walde (Bezirk Krems) wurde in mehreren Katastralgemeinden per ortspolizeilicher Verordnung wegen akuter Wasserknappheit die Entnahme aus dem Ortsnetz zu Zwecken wie Rasensprengen oder Autowaschen bis auf weiteres verboten. Wer sich nicht daran halt, riskiert eine Strafe.

Ganz so weit will man in Altlengbach (Bezirk St. Pölten) nicht gehen. Appelle würden ausreichen, meint Bürgermeister Michael Göschelbauer (ÖVP). „Es wäre wichtig, dass man alles, was man vermeiden kann, nicht tut, also zum Beispiel Garten gießen. Man sollte sich auf Haushaltsmengen beschränken, es geht immerhin um ein wertvolles Gut“, so Göschelbauer, der betont, dass die Appelle auch fruchten würden.

Versorgungssicherheit: Appelle ernst nehmen

In St. Pölten sei die Versorgung „trotz Hitze und Trockenheit gesichert“, wurde am Dienstag vonseiten des Magistrats betont. Bürgermeister Matthias Stadler (SPÖ) rief dazu auf, Trinkwasser bewusst zu nutzen und Verschwendung zu vermeiden.

Generell können die Gemeinden und Großversorger die Trinkwasserversorgung noch aufrechterhalten, sagte Martin Angelmaier, Leiter der Abteilung Wasserwirtschaft des Landes, am Dienstag zur APA. Appelle der Gemeinden gelte es jedenfalls ernst zu nehmen, damit die Versorgungssicherheit weiter aufrechterhalten werden könne, betonte er.