Selbst im Schatten herrschen während der Hitzewelle hohe Temperaturen. Für obdachlose Menschen ist aber während der heißen Tage nicht nur das Organisieren von Wasser schwierig: „Viele haben chronische Erkrankungen wie Bluthochdruck, Zucker- oder auch Suchterkrankungen“, sagt Dominic Visovsky, Betreuer im Tageszentrum Emmaus für Obdachlose.
Der Betreuer betont, dass obdachlose Menschen immer vor Herausforderungen stehen, die Hitze die Probleme, mit denen Menschen auf der Straße ohnehin zu kämpfen haben, aber zusätzlich verstärke. „Viele Tabletten wirken bei der Hitze anders“, so Visovsky. Das habe Auswirkungen auf den Gesundheitszustand und könne dazu führen, dass der Kreislauf zusammenbricht.
Tageszentren als Rückzugsort bei Hitze
„Manche helfen sich bei der Hitze selbst und suchen Abkühlung in St. Pölten in der Traisen oder öffentlichen Seen“, sagt Visovsky. Viele kommen aber in die Tageszentren, wie die Emmausgemeinschaft in St. Pölten. Das Tageszentrum ist ein kühler Ort, an dem Personen, die auf der Straße leben, Zeit verbringen können.
„Wenn es das hier nicht geben würde, wäre es nicht gut. Wenn man bei der Hitze den ganzen Tag herumgehen muss, ist man hin. Da sind wir froh, dass wir da rein können“, sagt einer der Besucher des Tageszentrums. Neben gratis Wasser und anderen Getränken gibt es auch die Möglichkeit, im Tageszentrum kalt zu duschen. „Wir können die Leute auch neu einkleiden. Also auch für leichtes Gewand ist gesorgt“, so der Betreuer.
Bei akuter Gefahr Notruf wählen
Wer den Eindruck hat, dass eine obdachlose Person Hilfe benötigen könnte, sollte sie direkt ansprechen. „Manche wollen vielleicht keine Hilfe, deshalb sollte man einfach nachfragen, was die Person braucht“, so Visovsky.
Vergleichbare Hilfstelefonangebote wie in Wien gibt es in Niederösterreich nicht, heißt es von Emmaus. Ist jemand nicht ansprechbar oder besteht akute Gefahr, sollte immer der Notruf gewählt werden.