Im Innenhof des Stifts Neukloster (Bezirk Wiener Neustadt) ist es spürbar kühler als auf den umliegenden Straßen. Für viele Menschen ist das eine willkommene Pause von der belastenden Hitze. „Gerade hier im Klostergang hat es sicherlich zehn Grad weniger als auf der Straße“, sagt Birgit Gumpinger, Projektkoordinatorin der Klimaoase im Stift Neukloster.

Die Caritas lädt bei dem Projekt dazu ein, sich in den kühlen Gemäuern der Pfarren und Kirchen zu treffen. „Unsere Gäste wohnen in sehr engen, heißen Wohnungen und können sich oft keinen Besuch in einem Bad leisten und deshalb kommen sie sehr gerne zu uns“, so Gumpinger. Auch ein Besuch in einem Café sei für viele zu teuer. Bei den Klimaoasen werden deshalb auch kühle Getränke kostenlos zur Verfügung gestellt.

Ort der Gemeinschaft

Die Klimaoasen seien aber mehr, als kühler Zufluchtsort. „Sie bieten Gemeinschaft, Begegnung und ein offenes Ohr“, sagt Caritasdirektor Klaus Schwertner. Viele der Besucherinnen und Besucher kommen vor allem deswegen. „Hier wird man sehr gut aufgenommen, und wir haben gleichgesinnte Menschen hier“, sagt die Besucherin Monika Hofmann.

Angenehm sei außerdem, „dass man einfach vorbeikommen kann“, so Gundula Hochleitner, denn für die Klimaoasen braucht es keine Anmeldung. Damit wolle man ein niederschwelliges Angebot schaffen. „Manche kommen regelmäßig, es ist aber alles sehr locker gehalten“, so Gumpinger.

Klimaoasen „von Freiwilligkeit getragen“

In Niederösterreich gibt es derzeit im Wein- und Industrieviertel Klimaoasen. Dazu zählen die Pfarren Paasdorf und Katzelsdorf (beide Bezirk Mistelbach) und die Pfarre Ziersdorf (Bezirk Hollabrunn) im Weinviertel. Im Industrieviertel bieten neben der Pfarre Neukloster auch die Dompfarre in Wiener Neustadt, die Pfarren Rannersdorf und Leopoldsdorf (beide Bezirk Bruck an der Leitha), Gaaden (Bezirk Mödling) und Mödling eine Klimaoase. Auch in Wien gibt es zahlreiche Angebote.

Der Bedarf werde immer mehr, deshalb würden jährlich neue Pfarren dazukommen, so Gumpinger. „Das Projekt wird allerdings von Freiwilligen getragen. Bei dieser Hitze genug Helfer zu finden ist nicht immer leicht.“ Man freue sich deshalb immer über helfende Hände. Auch Spenden seien nötig, um Getränke und Lebensmittel zur Verfügung stellen zu können.