Normalerweise stehen im August auf der Kleinzeller Hinteralm (Bezirk Lilienfeld) etwa 150 Tiere von 24 Bauern aus der Region. Jetzt sind es nur mehr 90. In den vergangenen Tagen brachten die Bauern laufend Tiere zurück ins Tal. Die Tiere finden immer weniger saftiges Gras zum Fressen, das Futter wird knapp.

„In den Bergen gibt es normalerweise immer wieder Gewitter, das hat uns schon oft über trockene Phasen gerettet“, sagt Josef Mayerhofer, Obmann der Niederösterreichischen Alm-und Weidewirtschaft. Aber selbst kleine Gewitter bleiben heuer aus.

„Früher hatten nur manche Almen mit einer langanhaltenden Trockenheit zu kämpfen“ sagt Mayerhofer. In diesem Jahr trifft es alle Almen in Niederösterreich. Viele Bauern helfen sich mit Wassertanks, die sie zu der Weide bringen. Teilweise helfen auch die Feuerwehren mit, um die Tiere mit Wasser zu versorgen. Auf der Kleinzeller Hinteralm gibt es zum Glück einige Quellen, die noch ausreichend Wasser liefern.

Futtermittelbörse soll helfen

280 Almbauern gibt es in Niederösterreich mit etwa 5.000 Rindern. Viele der Tiere bleiben normalerweise bis Ende September auf der Alm. Weil viele nun Wochen früher zurück in den Stall kommen, verschärft sich die Situation zu Hause am Bauernhof. Teilweise wird bereits der Wintervorrat verfüttert oder es muss Futter zugekauft werden, wenn das überhaupt noch möglich ist.

„In der näheren Umgebung ist es mittlerweile schwierig, Futter zu bekommen. Lieferungen bekommt man noch am ehesten aus anderen Bundesländern“, sagt Mayerhofer. Aus diesem Grund hat die Landwirtschaftskammer eine österreichweite Futtermittelbörse eingerichtet.

Zuchtrinder könnten geschlachtet werden

Wie es weiter geht, wissen viele Bauern noch nicht. „Manche denken bereits daran einige ihrer Zuchtrinder zur Schlachtung zu bringen. Diese Tiere fehlen uns dann aber wieder in den nächsten Jahren“, so die Befürchtung von Josef Mayerhofer, Obmann der NÖ Alm- und Weidewirtschaft.