Ein Waldgebiet in der Größe von 100 Hektar ist vom Brand betroffen. In der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag konnten die Einsatzkräfte von 500 auf 250 reduziert werden, sagte Bezirksfeuerwehrkommandant Mario Lukas. Der Einsatz läuft weiter, sowohl mit Einsatzkräften am Boden als auch aus der Luft.
„Es gibt immer wieder Wurzelstöcke, die noch glühen. Wir versuchen, mit Wärmebildkameras die Glutnester ausfindig zu machen, die dann von den Bodentruppen gezielt geöffnet werden, damit Wasser eingebracht werden kann. Nach unserer Einschätzung wird uns der Brand noch einige Tage in Anspruch nehmen“, erklärte Landesfeuerwehrkommandant Dietmar Fahrafellner.
Pendelverkehr mit Tanklöschfahrzeugen
Im Einsatz stehen sechs Hubschrauber, die auch Löschwasser auf das betroffene Gebiet abwerfen. „Derzeit ist das Problem, dass der Wind die Flammen immer wieder entfacht“, wie Lukas gegenüber noe.ORF.at am Donnerstag schildert. Das zweite Wetterproblem ist der fehlende Regen. Die Löschteiche im Föhrenwald sind leer. Ein Pendelverkehr mit Tanklöschfahrzeugen wurde eingerichtet, um die Löschteiche wieder aufzufüllen. Im Einsatz stehen rund 300 Mitglieder der Feuerwehr.
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„Binnen Sekunden war es ein Großbrand“
Unterstützt werden die Einsatzkräfte aus Neunkirchen weiterhin von Feuerwehren aus anderen Bezirken. Lukas spricht von einer „Spitzenleistung“ aller Feuerwehrleute. „Du kommst an deine Grenzen, weil erstens die hohen Temperaturen generell und dann auch noch die Feuertemperatur – das war sicher ein Ausnahmezustand“, sagt er über die Herausforderung des Einsatzes am Mittwoch.
Durch die Trockenheit habe sich der Brand extrem schnell entwickelt. „Da reicht ein kurzer Augenblick“ sagt der Bezirksfeuerwehrkommandant. „Gestern sind die Flammen einfach in Sekundenschnelle größer geworden. Bei der ersten Alarmierung haben sie gesagt, binnen Sekunden war es ein Großbrand.“
Sechs Feuerwehrleute wurden laut dem Sprecher des Landesfeuerwehrkommandos Klaus Stebal verletzt. Drei Feuerwehrmitglieder zogen sich Verbrennungen zu, drei weitere erlitten eine Rauchgasvergiftung. Im Einsatz standen das Rote Kreuz mit mehr als 20 Mitarbeitenden sowie der Samariterbund Wiener Neustadt und Ternitz-Pottschach.
Vegetationsbrand auch im Bezirk Gänserndorf
Im Bezirk Gänserndorf bekämpften zahlreiche Einsatzkräfte am Mittwoch einen Vegetationsbrand. Rund 15 Hektar waren laut Bezirkskommando betroffen. Bei dem Brand im Raum Neusiedl an der Zaya, Palterndorf-Dobermannsdorf und Hausbrunn standen 20 Feuerwehren mit rund 40 Fahrzeugen und 180 Mitgliedern sowie die Waldbranddienstgruppe des Bezirks im Einsatz.
„Eine besondere Herausforderung stellte das unwegsame Gelände im Einsatzgebiet dar“, berichtete das Bezirkskommando von „körperlich anspruchsvollen Löscharbeiten“ bei extrem hohen Temperaturen. Nach dem Eindämmen des Brandes wurden umfangreiche Nachlöscharbeiten durchgeführt, um Glutnester zu bekämpfen und ein erneutes Aufflammen des Feuers zu verhindern. Nach einer Kontrolle des gesamten Areals konnte der Einsatz beendet werden. Bei beiden Großbränden stand das Rote Kreuz mit 40 Mitarbeitenden im Einsatz, teilte Sprecherin Sonja Kellner mit.
Waldbrandgefahr weiterhin extrem hoch
Gleich in mehreren Bundesländern ist es am Mittwoch zu Waldbränden gekommen. Der Präsident des österreichischen Bundesfeuerwehrverbandes, Robert Mayer, warnt vor einem weiteren Anstieg. Bereits jetzt seien mehr Brände registriert worden als im gesamten Jahr 2025 – mehr dazu in news.ORF.at.
Mit rund 280 Wald- und Vegetationsbränden seien heuer bereits deutlich mehr als im gesamten Jahr 2025 (160) registriert worden, so Mayer bei einer Pressekonferenz in Wien. In den Jahren 1995 bis 2010 gab es den Zahlen des Verbandspräsidenten zufolge rund 1.700 Waldbrände.
2010 bis 2025 wurden rund 3.000 derartige Ereignisse registriert. „Etwa 80 Prozent der Wald- und Vegetationsbrände sind menschengemacht“, sagte Mayer. Der „Klassiker“ schlechthin sei dabei die weggeworfene Zigarette.
Größter Wald- und Flurbrand in Allentsteig 2022
Das Feuer im Föhrenwald zählt zu den größten in Niederösterreich in den vergangenen Jahren. Als flächenmäßig größter Wald- und Flurbrand in Österreich seit 130 Jahren gilt ein Ereignis im März 2022. Dabei war es am Truppenübungsplatz Allentsteig (Bezirk Zwettl) zu zwei ausgedehnten Feuern gekommen. Betroffen war eine Fläche von rund 800 Hektar, davon etwa 400 Hektar Waldboden.
Im Herbst 2021 hatte im Bezirk Neunkirchen einer der aufwendigsten Waldbrandeinsätze der vergangenen Jahrzehnte die Helfer gefordert. Am 25. Oktober 2021 war in steilem und felsigem Gelände in Hirschwang an der Rax ein Feuer ausgebrochen, das sich auf rund 110 Hektar ausbreitete. Knapp 9.000 Helfer standen im Einsatz. „Brand aus“ konnte erst am 6. November 2021 gegeben werden.