Über Mauern klettern, durch Wasser schwimmen, präzise schießen, Handgranaten werfen und einen 8.000-Meter-Geländelauf absolvieren – der Militärische Fünfkampf verlangt den 112 Athletinnen und Athleten alles ab. Die Kombination aus fünf völlig unterschiedlichen Disziplinen macht ihn zur Königsdisziplin des Militärsports.

„Der Militärische Fünfkampf ist im Militärsport der Sport, der am meisten das Militär von den physischen Herausforderungen repräsentiert “, erklärt Oberst Christian Krammer. Im Unterschied zu vielen anderen Sportarten werden die Athletinnen und Athleten nicht nur für eine Disziplin ausgebildet. Vielmehr müssen sie in allen fünf Bewerben Höchstleistungen erbringen. Gefragt sind Schnelligkeit, Kraft, Ausdauer, Beweglichkeit, Präzision und vor allem Vielseitigkeit.

An die Grenzen gehen

Als spektakulärste Disziplin gilt der Hindernislauf. Über zahlreiche Hindernisse kämpfen sich die Athletinnen und Athleten so schnell wie möglich ins Ziel. Was für die Zuschauer eindrucksvoll aussieht, fordert den Sportlern alles ab.

100 Athleten bei WM im Militärischen Fünfkampf in Wr. Neustadt am Start

In Wiener Neustadt findet derzeit die WM im Militärischen Fünfkampf statt. Mehr als 100 Athletinnen und Athleten aus 17 Nationen kämpfen dort um den Weltmeistertitel.

„Die ersten Minuten bekommt man das nicht so mit, aber wenn das alles jetzt so ein bisschen nachlässt, merkt man schon, dass es ein bisschen weh tut – so ehrlich muss man sein“, beschreibt Oberwachtmeister Stefan Dörflinger die Belastung nach dem Lauf.

Mentale Stärke entscheidet

Neben der körperlichen Fitness spielt vor allem die mentale Stärke eine entscheidende Rolle. Denn die Weltmeisterschaft dauert eine ganze Woche und verlangt den Athletinnen und Athleten täglich Höchstleistungen ab. "Das ist keine Ein-Tages-Veranstaltung, sondern ein Turnier über eine ganze Woche. Daher ist der mentale Aspekt der, der extrem gut ausgeprägt sein muss“, sagt Krammer.

Für Österreich gehen bei der 68. Militär-WM fünf Athleten an den Start. Großer Abräumer in Wiener Neustadt war aber Brasilien, das zwei WM-Titel nach Südamerika holen konnte. Die Österreicher erobern einmal Silber und zwei Mal Bronze.

Die Theresianische Militärakademie war heuer zum siebenten Mal Austragungsort der Titelkämpfe. Grund dafür sei die Infrastruktur, die laut Bundesheer optimale Voraussetzungen für einen Bewerb dieser Größenordnung biete: Die Sportstätten liegen nahe nebeneinander und auch die Unterkünfte für die Sportler seien vorhanden.