In Niederösterreich haben im ersten Halbjahr 2026 insgesamt 54.910 Haushalte und Unternehmen ihren Strom- oder Gaslieferanten gewechselt. Davon entfielen 41.329 Wechsel auf Strom und 13.581 auf Gas. Das geht aus der aktuellen Marktstatistik der Regulierungsbehörde E-Control hervor, wie es in einer Aussendung am Donnerstag heißt. Gemessen an der Zahl der Kundinnen und Kunden wurde in keinem anderen Bundesland so häufig gewechselt.
Bei Strom lag die Wechselrate in Niederösterreich bei 4,8 Prozent. Dahinter folgten Oberösterreich und die Steiermark mit jeweils 3,3 Prozent. Auch beim Gas lag Niederösterreich mit einer Wechselrate von 5,4 Prozent an erster Stelle. Es folgten die Steiermark mit 5,1 Prozent und Oberösterreich mit 4,7 Prozent.
Neuer österreichweiter Rekord
Österreichweit wechselten im ersten Halbjahr 234.982 Haushalte und Unternehmen ihren Energieanbieter. Nach Angaben der E-Control ist das der bisher höchste Wert für ein erstes Halbjahr. Im gleichen Zeitraum des Vorjahres gab es 210.761 Wechsel.
Einen neuen Stromlieferanten wählten österreichweit 187.256 Kundinnen und Kunden, darunter 152.459 Haushalte. Beim Gas wechselten 47.726 Kundinnen und Kunden, davon 42.387 Haushalte. Die österreichweite Wechselrate betrug bei Strom 2,9 Prozent und bei Gas 4,1 Prozent. Besonders niedrig war sie in Tirol. Dort wechselten 0,8 Prozent der Stromkundinnen und Stromkunden sowie 1,7 Prozent der Gaskundinnen und Gaskunden den Anbieter.
Unsicherheit über weitere Preisentwicklung
E-Control-Vorstand Michael Strebl führt die hohen Wechselzahlen unter anderem auf die Unsicherheit über die weitere Entwicklung der Energiepreise zurück. Geopolitische Spannungen veranlassten viele Menschen dazu, sich bereits vor Beginn der nächsten Heizsaison mit ihren Tarifen auseinanderzusetzen, sagt er.
Ein Vergleich könne sich lohnen, so Strebl. Dabei sollten allerdings nicht nur kurzfristige Preisnachlässe oder Wechselboni berücksichtigt werden. Entscheidend seien unter anderem der Energiepreis, die Vertragsdauer, mögliche Preisgarantien und die Kündigungsbedingungen.
Für Vergleiche stellt die E-Control einen eigenen Tarifkalkulator zur Verfügung. Haushalte können dort anhand ihres Jahresverbrauchs, ihrer Postleitzahl und ihrer derzeitigen Vertragsbedingungen unterschiedliche Angebote gegenüberstellen.
Klimageräte erhöhen Stromverbrauch
Neben dem Tarifvergleich verweist die Regulierungsbehörde auf den Energieverbrauch während Hitzeperioden. Durch den zunehmenden Einsatz von Klimageräten könne der Strombedarf in den Sommermonaten steigen.
Die E-Control empfiehlt, Fenster während des Betriebs geschlossen zu halten, Räume möglichst von außen zu beschatten und nur tatsächlich genutzte Bereiche zu kühlen. Auch automatische Steuerungen könnten dabei helfen, den Energieverbrauch zu begrenzen.
Haushalte mit Photovoltaikanlagen könnten einen größeren Teil des erzeugten Stroms selbst nutzen, wenn energieintensive Geräte vor allem während der sonnenreichen Stunden betrieben werden. Nach Angaben der E-Control kann eine Verlagerung des Verbrauchs in die Zeit zwischen 10.00 und 16.00 Uhr zudem die Stromnetze entlasten.