Die Hypo NÖ hat im ersten Halbjahr 2026 einen Nettogewinn von knapp 18 Millionen Euro erzielt, nach rund 20 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum. Vor Steuern ging der Periodenüberschuss von 25 auf 22,4 Millionen Euro zurück. Vorstandssprecher Viehauser sieht ein „solides Ergebnis“ trotz geopolitischer Unsicherheiten, schwacher Konjunktur und zunehmenden Spardrucks der öffentlichen Hand.
Das operative Geschäft sei sehr gut verlaufen. Der Gewinnrückgang ist laut Viehauser auf einen Sondereffekt durch eine Rücklagenauflösung im Vorjahr zurückzuführen. Weiters „drückt die erhöhte Bankenabgabe auf das Ergebnis“, sagte der Vorstandssprecher zur APA. Diese stieg von 2,4 Millionen Euro 2024 auf elf Millionen Euro in diesem Jahr.
In Summe wurden rund 700 Millionen Euro an neuen Krediten vergeben, bei der Finanzierung von Wohnraum gab es ein Plus von 18 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Der Zinsüberschuss sank per Ende Juni von 82,2 auf 80,8 Millionen Euro. Das Provisionsergebnis legte – vor allem durch das Wertpapiergeschäft – um 9,6 auf 12,2 Millionen Euro zu. Die Quote notleidender Kredite (non-performing loans/NPL) sank von 2,96 auf 2,84 Prozent.
Stabile Entwicklung erwartet
Der Spardruck der öffentlichen Hand sei „spürbar“, „Projekte werden nach hinten geschoben“, sagte Viehauser. Neben Wohnbaukrediten an Private vergibt die Hypo NÖ vor allem Finanzierungen für öffentliche und soziale Infrastruktur sowie für Wohnbau im genossenschaftlichen, aber auch gewerblichen Bereich.
Die Finanzierung von Vorhaben mit gesellschaftlichem Mehrwert bleibe für die Bank ein Schwerpunkt, so wurde der Bildungscampus Nordwestbahnhof in Wien mit Gesamtinvestitionskosten von rund 90 Millionen Euro genannt, der im Rahmen eines Public Private Partnerships (PPP) gemeinsam mit Strabag Real Estate und Caverion umgesetzt wird und ab 2028/29 Platz für rund 1.600 Kinder bieten soll.
Für das zweite Halbjahr zeigte sich Viehauser „durchaus optimistisch“. Trotz eines herausfordernden Umfelds werde eine stabile Entwicklung erwartet, hieß es. Die große Frage sei, ob es zu einer weiteren Leitzinserhöhung kommt.
Die Hypo NÖ steht zu 100 Prozent im Eigentum des Landes Niederösterreich. Die Zahl der Beschäftigten sank von 623 auf 605 Mitarbeiter. Die Anzahl der Filialen blieb mit 26 unverändert. Das 1888 gegründete Geldinstitut ist die älteste und größte Landesbank Österreichs.