Alle paar Jahre sorgt das Niedrigwasser dafür, dass mehr Schiffe als sonst zu sehen sind – nämlich Kriegsschiffe, die dort bereits seit über 80 Jahren auf Grund liegen. Bei Ardagger ragen nun zwei Kriegsschiffe aus dem Zweiten Weltkrieg plötzlich ein Stück weit über die Wasseroberfläche und locken Schaulustige an, wie auch die „NÖN“ berichteten.

Michael Scharfmüller ist etwa extra aus Ybbs an der Donau (Bezirk Melk) zu den Wrackteilen gekommen: „Ich habe unlängst auf Facebook davon gelesen und so etwas interessiert mich einfach total. Da habe ich mir gedacht, ich muss die Chance nutzen, weil so oft ist das Wasser nicht so niedrig wie jetzt.“

Seit den letzten Tagen des Zweiten Weltkriegs liegen die Schiffe in der Nähe von Ardagger auf Grund, wie Hobby-Historiker Rudolf Enengel vom Geschichtskreis Ardagger erzählt: „Man ist auf amerikanische Panzer getroffen, die am anderen Ufer waren. Dabei ist ein Gefecht entstanden. Das Schiff war durch den Beschuss nicht mehr fahrtauglich und wurde am Ende wohl von den Deutschen versenkt, um es nicht mehr benutzbar zu machen.“

Bergungsversuche vor einigen Jahren gescheitert

Versuche, die beiden Wracks zu bergen, gab es bereits – diese sind aber gescheitert. „Man hat das mal probiert, weil es ja doch ein kleines Restrisiko für die Schifffahrt ist. Aber das hat sich im Laufe der Jahrzehnte so in das Schotterbett abgesenkt, dass es fast unmöglich ist, die Wracks zu bergen. Man müsste das richtig ausgraben und das wäre ein massiver Aufwand“, erklärt Enengel.

Grund zur Sorge über etwaige verbliebene Munitionsteile besteht laut Bürgermeister Johannes Pressl (ÖVP) übrigens nicht. Die Schiffe seien schon vor langer Zeit entschärft worden.