Am Abend des 12. August schiebt sich der Mond vor die Sonne. Während in Teilen Spaniens und Islands eine totale Sonnenfinsternis zu sehen ist, werden in Österreich etwa 84 bis 89 Prozent der Sonne verdeckt. Je nach Standort beginnt die Sonnenfinsternis gegen 19.20 Uhr, der Höhepunkt wird mit dem Sonnenuntergang gegen 20.15 Uhr erreicht.
„Ganz so dunkel wie bei einer totalen Finsternis wird es zwar nicht, aber das Licht wird deutlich fahler und es wird spürbar dunkler“, sagt Gerhard Kermer, Vorsitzender des Vereins Antares, der die Niederösterreichische Volkssternwarte in Michelbach (Bezirk St. Pölten) betreibt.
Ohne Finsternisbrille drohen Augenschäden
Wer die Sonnenfinsternis beobachten möchte, braucht eine geeignete „Finsternisbrille“. Der direkte Blick schon mit freiem Auge – geschweige denn mit Teleskop – kann die Augen dauerhaft schädigen, auch dann, wenn ein großer Teil der Sonne vom Mond verdeckt ist. Eine normale Sonnenbrille bietet keinen ausreichenden Schutz.
Wer eine alte Finsternisbrille zu Hause hat, sollte sie auf Beschädigungen untersuchen. Auch bei kleinsten Beschädigungen sollte sie nicht mehr verwendet werden, rät Kermer. Entscheidend ist außerdem ein freier und möglichst tiefer Blick Richtung Westen. Die aktuelle Wetterprognose verspricht gute Sichtbedingungen.
Veranstaltungstipps und ESA-Livestream
Mehrere Sternwarten und Einrichtungen laden zur gemeinsamen Beobachtung ein.
Astronomische Zentrum Martinsberg (Bezirk Zwettl, um Anmeldung wird gebeten)
Niederösterreichische Volkssternwarte Michelbach (Bezirk St. Pölten)
Franz Kroller Sternwarte Traiskirchen (Bezirk Baden)
VISTA Science Experience Center im Rahmen des Events „Cosmic Hours. From Eclipse to Starlight“ in Klosterneuburg (Bezirk Tulln)
Wer es nicht rechtzeitig nach draußen schafft, kann sich die Sonnenfinsternis auch im Livestream anschauen. Die Europäische Weltraumorganisation (ESA) überträgt die Sonnenfinsternis aus dem Observatorio Astrofísico de Javalambre in Teruel in Spanien.
Sternschnuppen nach der Sonnenfinsternis
Im Anschluss an die Sonnenfinsternis folgt gleich das nächste Himmelsspektakel. In der Nacht auf Donnerstag erreicht der Meteorstrom der Perseiden seinen Höhepunkt. Unter optimalen Bedingungen können bis zu 100 Sternschnuppen pro Stunde sichtbar werden. Die besten Chancen gibt es ab Mitternacht. Für die Beobachtung braucht es weder ein Teleskop noch ein Fernglas.
Ideal ist ein dunkler Standpunkt etwas außerhalb von Städten und Ortschaften, fern von Straßenbeleuchtung und sonstiger Lichtverschmutzung. „Einfach auf den Liegestuhl oder in die Wiese legen und in den Himmel hinaufblicken“, empfiehlt Kermer. Die Neumondnacht sorgt zusätzlich für gute Bedingungen.