„Eigentlich hab ich mir nie vorstellen können, dass eine Jury über meinen Bart ein Urteil abgibt“, erzählt Norbert Topf, der seit seiner Jugend Bartträger ist: „2013 haben mich aber Freude überredet, dass ich bei der Weltmeisterschaft im deutschen Stuttgart mitmachen soll.“ Auf Anhieb wird Topf Zweiter, was ihn gewurmt habe: „Zweiter Platz, das kann es doch nicht sein. Da hat es in mir Klick gemacht und der dringende Wunsch Erster zu werden, war da!“
Bei Bartmeisterschaften werden die Bärte der Teilnehmer von einer Fachjury nach Aussehen und Ausführung bewertet. Es gibt etliche Kategorien wie „Dali-Schnurrbart“, „Musketierbart“, „Fu-Manchu-Bart“, „Kaiserlicher Backenbart“ oder „Garibaldi-Vollbart“. Norbert Topfs Lieblingskategorie ist „Kinnbart Freistil“. Er gewinnt erste Plätze bei offenen Meisterschaften in der Schweiz, Frankreich, Ungarn, Italien, Deutschland, Großbritannien und Ungarn.
Bei Weltmeisterschaften holt er vier Titel, 2023 wird er „Weltmeister der Weltmeister“: „Das ist die Trophäe auf die ich am Meisten stolz bin“, sagt Norbert Topf, „die Jury hat befunden, dass mein Bart von den insgesamt 24 Weltmeistern, die gekürt wurden, der Allerschönste ist.
Weltmeister sucht Bart-Sponsor
Hohe Preisgelder gäbe es bei den Bewerben nicht: „Mein Hobby ist ziemlich kostspielig. Vor allem die Reisen gehen ins Geld“, sagt Topf, „aber vielleicht meldet sich ja irgendwann ein Sponsor. Ich brauche doch jede Menge Haarfestiger. Da gibt es unterschiedliche Qualitäten.“
Eigene Stylisten sind Norbert Topf zu teuer. Er stylt seinen Bart selbst, auch wenn das manchmal länger dauert: „Für den Weltmeisterbart habe ich vier Stunden gebraucht. Da war allein der Schnurrbart schon dreimal eingedreht. Insgesamt hatte der Bart 16 Kringel.“
Totalrasur wird ausgeschlossen
Ehefrau Helga begleitet ihn zu den Wettbewerben: „Ich bin sehr stolz auf ihn, aber auch ein bisschen neugierig, wie er ohne Bart ausschauen würde.“ Diesen Wunsch will ihr der Bartweltmeister aber nicht erfüllen: „Ein einziges Mal in meinem Leben hab ich meinen Bart komplett abrasiert. Ich hab in den Spiegel geschaut, ´Um Gottes Willen!´ gesagt und den Bart wieder wachsen lassen.“
Jetzt wäre ein schlechter Zeitpunkt, um sich komplett zu rasieren: Am 19. September findet in Leogang (Salzburg) die Staatsmeisterschaft der Bartträger statt. „Da werde ich erstmals in der Königskategorie Vollbart Freistil antreten. Mal schauen, ob da auch ein Sieg gelingt.“