Die Sonne liefert Energie im Überfluss, gebraucht wird sie aber nicht immer dann, wenn sie entsteht. Ein neuer Schwarmspeicher soll dieses Problem lösen: Bei zehn Trafo-Standorten werden 24 Speicher mit rund fünf Megawattstunden Volumen errichtet. Überschüssiger PV-Strom von Haushalten und Gewerbe wird vom Schwarmspeicher aufgenommen und abgegeben, wenn er gebraucht wird. Das Netz werde entlastet und die Effizienz erhöht, weil der Strom nicht in höhere Netzebenen transferiert werden muss, wurde bei der Inbetriebnahme am Dienstag betont.

Für das Projekt verantwortlich ist das Energieunternehmen electrify smart energy mit Sitz in Wolkersdorf. Die Integration solcher Schwarmspeicher ins Ortsnetz könne jeder Gemeinde Vorteile bringen, sagte Rudolf Schütz, Eigentümer des Energieunternehmens. „Mit unserem System können plötzlich wieder private PV-Anlagen angeschlossen werden, die ohne dieses System nicht angeschlossen werden könnten. Das heißt, private Haushalte haben den Vorteil, wieder PV-Anlagen realisieren zu können.“

Preise sollen günstiger und stabiler werden

Gemeinsam mit der EVN und Netz Niederösterreich untersucht das Unternehmen im Rahmen eines Forschungsprojekts, wie sich der Schwarmspeicher positiv auf das Verteilnetz auswirkt, heißt es. Mit dem Projekt wolle man Informationen bekommen, „damit ein Optimum gefunden werden kann zwischen den Erzeugern, dem Netz und den Speicherbetreibern“, erklärte EVN-Vorstandsdirektor Stefan Szyszkowitz.

Auf lange Sicht sollen so die Preise günstiger und stabiler werden, betonte Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner (ÖVP). „Mit diesen Schwarmspeichern haben wir eine Technologie, wo wir das Netz entlasten können bzw. für diesen Bereich nicht weiter ausbauen müssen. Das heißt, dadurch können wir die Netzkosten alleine schon dämpfen.“

Bei Erfolg: Ausrollung ab 2027

Unterstützung bei dem Projekt kommt von der Wirtschaftsagentur des Landes ecoplus und der Universität für Weiterbildung Krems. Dabei hat Netz NÖ erstmals in Österreich „flexible Netzzugänge“ vergeben. Wenn das Netz belastet ist, gibt das Unternehmen „Hüllkurven“ vor, in deren Rahmen die Speicher betrieben werden müssen.

Erste Ergebnisse des Projekts sollen bis Jahresende vorliegen. Ist das Projekt erfolgreich, ist ein Roll-out in Niederösterreich ab 2027 geplant, hieß es anlässlich des Medientermins.