Die Recherchen bei zahlreichen Optikern im Großraum der Landeshauptstadt zeichnen ein eindeutiges Bild: Das Interesse an der Sonnenfinsternis ist scheinbar groß, denn kaum mehr ein Optiker verfügt noch über die speziell angefertigten Brillen um die Sonnenfinsternis beobachten zu können. Nahezu überall hieß es im Großraum St. Pölten bereits am Dienstag „ausverkauft“.

Wer die Sonnenfinsternis beobachten möchte, braucht eine geeignete „Finsternisbrille“. Der direkte Blick schon mit freiem Auge – geschweige denn mit Teleskop – kann die Augen dauerhaft schädigen, auch dann, wenn ein großer Teil der Sonne vom Mond verdeckt ist. Eine normale Sonnenbrille bietet keinen ausreichenden Schutz.

Spektakel findet von 19.22 Uhr bis 20.13 Uhr statt

Das Naturphänomen, bei dem der Mond die Sonnenscheibe verdeckt, beginnt heute Abend um 19.22 Uhr, die maximale Bedeckung wird um 20.13 Uhr (Wien) genau im Sonnenuntergang erreicht. Zudem werden in der Nacht auf Donnerstag zum Maximum des Meteorstroms der Perseiden viele Sternschnuppen erwartet.

Mehr vom Himmelsschauspiel hat man weiter im Westen. So geht in Vorarlberg die Sonne erst um 20.39 Uhr unter. Ideal zur Beobachtung ist ein freier, möglichst tiefer Horizont Richtung Westen.

Laut Geosphere Austria sollte der Mittwochabend in ganz Österreich wolkenfrei werden, gefolgt von einer sternenklaren Nacht. Ideale Bedingungen gebe es damit auch zum Ausschauhalten nach Sternschnuppen vom Meteorstrom der Perseiden.

Ausgelöst wird der Sternschnuppenregen alljährlich, wenn die Erde Mitte August die Staubspur kreuzt, die der Komet Swift-Tuttle auf seiner Bahn hinterlässt. Wenn diese Staubpartikel mit hoher Geschwindigkeit in die Erdatmosphäre eindringen, verglühen sie dort und rufen in der Luft Leuchteffekte hervor.

Experte: „Nicht ganz so toll wie 1999“

Bis zu 87 Prozent der Sonnenscheibe werden vom Mond bedeckt, sagt Michael Jäger vom astronomischen Zentrum Martinsberg (Bezirk Zwettl). „Das ist nicht ganz so toll wie 1999 aber trotzdem spektakulär, denn die Sonne hängt dann sichelförmig über dem Horizont. Also ein tolles Fotomotiv, das es nur alle Jahrzehnte zu sehen gibt.“

Auch er empfiehlt einen Standort mit einem freien Blick zum westlichen Horizont. „Also besonders gute Chancen hat man auf Anhöhen oder Aussichtspunkten, wo die untergehende Sonne nicht durch Berge, Wälder oder Gebäude verdeckt wird.“

„Nächste ähnliche Sonnenshow erst 2070“

Angesichts der speziellen Finsternisbrillen, die vielfach ausverkauft sind, mahnt Jäger von normalen Sonnenbrillen oder Schweisserbrillen Abstand zu nehmen. „Die sind hier unbrauchbar, sie lassen das schädliche Infrarotlicht der Sonne durch.“

Bis zur nächsten ähnlichen Sonnenshow müssen wir übrigens bis 2070 warten, sagt Jäger.

Der Wert für die Wissenschaft