Der VGT forderte nach Bekanntwerden der Missstände in einem Stall im Bezirk Amstetten eine „gesetzliche Neuregelung in solchen extremen Fällen“. Am Donnerstag wurde dazu eine Mahnwache vor dem Betrieb und der Bezirkshauptmannschaft Amstetten abgehalten.
„Die derzeitigen Systeme sind unfähig, gegen diese Verbrechen wirksam vorzugehen. Die Kontrollen sind zu wenige und zu schwach. Die Konsequenzen kaum vorhanden", betonte Isabell Eckl vom VGT im Zuge der Mahnwache. Anzeigen würden regelmäßig nicht ernst genug genommen werden und Kontrollen unvollständig bleiben, so die Tierschützer. Missstände würden mit „Nachbesserungsaufträgen abgehandelt“.
Wer wegen Tierquälerei angeklagt werde, habe kaum etwas zu befürchten, da aufgrund des geringen Strafmaßes Freisprüche und Diversionen an der Tagesordnung seien, hieß es.
VGT ortet Kontrolldefizit
Die Tierschützer orten rechtliche und budgetäre Lücken beim Kontrollsystem und fordern Nachbesserungen. Das Kontrolldefizit sei mehr als deutlich, betont der VGT, der sich auf Zahlen aus der Agrarstrukturerhebung aus dem Jahr 2023 bezieht. Laut der Tierschutzorganisation dürften auf 75.559 Landwirtschaftsbetriebe in Österreich „nur wenige hundert Amtstierärztinnen und Amtstierärzte“ kommen.
Der VGT bekomme immer wieder von Betroffenen zu hören, „dass ihnen als Kontrollorgane quasi die Hände gebunden wären“. Betriebsärztinnen und Betriebsärzte seien in einem Vertragsverhältnis an die Betriebe gebunden, Amtstierärzte würden in den meisten Fällen „lediglich zahnlose Nachbesserungen“ fordern können.
Kontrollversagen: Behörden weisen Vorwürfe zurück
Am Dienstag wurde das Ausmaß der Missstände in dem Betrieb in Amstetten bekannt: Rund 400 verendete bzw. zum Teil bereits verweste Schweine wurden entdeckt. Zudem ergaben die Ermittlungen einen „Fehlstand“ von etwa 1.000 Tieren. Bereits im Vorjahr sind 55 Schweine in dem Betrieb erstickt, damals gab es einen Lüftungsausfall.