Die Freizeit von Jürgen Ziegelwanger ist im heurigen, extrem trockenen Sommer von Entdeckungen von Kriegsrelikten geprägt. Der Aggsteiner ging heute Mittag entlang der Donau zwischen Aggstein und Aggsbach Dorf (Bezirk Melk) spazieren, als ihm am Flussufer zwischen den Steinen etwas Seltsames auffiel.

„Man hat es gleich gesehen, dass es eine Panzerfaust ist, weil ich einen Abzugsmechanismus erkannt habe. Nicht weit daneben ist der Sprengkopf gelegen“, sagte Ziegelwanger gegenüber noe.ORF.at. Es ist bereits das zweite Mal in wenigen Wochen, dass Ziegelwanger einen Kriegsrelikt-Fund entlang der Donau gemacht hat.

Erst Mitte Juli entdeckte er mit seiner Familie bei einem Badetag Granatenteile – mehr dazu in Familie findet bei Badeausflug Granatenteile (noe.ORF.at; 16.7.2026). In beiden Fällen habe er die Teile nicht berührt und sofort die Polizei kontaktiert.

Kriegsrelikte nicht berühren

Damit habe Ziegelwanger genau richtig gehandelt, betonte die Polizei gegenüber noe.ORF.at. Bei jedem Relikt-Fund sollte man nichts berühren und den Fund umgehend melden. Die Beamten schickten – wie üblich bei derartigen Funden – auch am Donnerstag den Entminungsdienst in die Wachau. Dieser barg die Panzerfaust samt Munition, um diese kontrolliert sprengen zu lassen, hieß es.

Aufgrund der niedrigen Pegelstände an der Donau sei der Entminungsdienst in Niederösterreich aktuell laufend im Einsatz. Seit 1. Juli habe es insgesamt 16 Einsätze gegeben, erklärte die Polizei gegenüber noe.ORF.at. Dabei wurden etwa Fliegerbomben und Granaten gefunden, meistens handelt es sich aber um Munition.

12 Tonnen im November gesprengt

Pro Jahr werden in Niederösterreich etwa 8.700 Kilogramm Kriegsmaterial geborgen. Das Material wird durch den Dienst des Bundesheeres abtransportiert und zweimal pro Jahr am Truppenübungsplatz Allentsteig (Bezirk Zwettl) vernichtet. Im vergangenen November wurden dort etwa 12 Tonnen gesprengt.