Seit vier Wochen liefert ein Tankwagen in Michelbach nicht mehr Milch, sondern Trinkwasser. Die Gemeinde kauft das Wasser aus Nachbargemeinden zu. „Bei uns in der Gemeinde sieht es sehr, sehr schlecht aus“, sagt Bürgermeister Gerhard Berger (ÖVP). Von den drei Quellen, aus denen die Gemeinde bislang Wasser bezogen hat, sei eine bereits vollständig versiegt.

Der Tankwagen liefert pro Woche etwa 300 Kubikmeter Trinkwasser. Damit könne der Verbrauch der kleinen Gemeinde mit rund 850 Einwohnerinnen und Einwohnern gut abgedeckt werden. Billig ist das aber nicht. „Das Wasser kostet uns zwischen 15 und 17 Euro pro Kubikmeter“, so Berger. Die Gemeinde fordert weiterhin zum Wassersparen auf.

Auch zahlreiche andere Gemeinden wie Pöggstall (Bezirk Melk), Weitra (Bezirk Gmünd) oder Laab im Walde (Bezirk Mödling) appellieren an die Bewvölkerung, Wasser zu sparen – mehr dazu in Gemeinden rufen zum Wassersparen auf (noe.ORF.at; 4.8.2026).

EVN sieht keine Krise

Der Wasserversorger EVN Wasser, der zahlreiche Gemeinden in Niederösterreich versorgt, spürt die Auswirkungen der langen Trockenperiode ebenfalls. „Vor allem im Juni war der Verbrauch der Haushalte über dem Niveau im Vorjahr“, sagt Jakob Denk von der EVN Wasser. Das Besondere im heurigen Jahr sei die Dauer, die diese hohen Verbräuche verzeichnen. Mittlerweile habe sich die Situation aber wieder stabilisiert.

Eine Versorgungskrise gebe es laut der EVN Wasser aber nicht. Das weit verzweigte Versorgungssystem könne den Bedarf weiterhin gut abdecken. Wassersparmaßnahmen seien daher nicht ausgerufen worden. „Wir empfehlen aber immer einen sorgsamen Umgang mit der Ressource Wasser“, sagt Denk.

Man versuche allerdings bei der Planung der Wasser-Infrastruktur möglichst weit in die Zukunft zu schauen. „Da geht es insbesondere darum abzuschätzen, wie sich die Verbräuche entwickeln werden“, so Denk. Auf der anderen Seite schaue man auch, wo es Ressourcen gebe und wie das Wasser über ein Leitungssystem verteilt werden könne – mehr dazu in Waldviertel-Wasserleitung wird weiter ausgebaut (noe.ORF.at; 2.8.2026).

Gemeinden suchen neue Quellen

In Michelbach wird sich die Wasserlieferung mit dem Transporter wohl noch über längere Zeit ziehen. „Auch wenn es regnet, werden die Quellen natürlich nicht sofort wieder mehr Wasser haben“, sagt Gerhard Berger. Deshalb sucht man, so wie in zahlreichen anderen Gemeinden, auch in Michelbach nach zusätzlichen Quellen.

Die Trockenperiode eigne sich sehr gut, um nach nachhaltigen Quellen zu suchen. „Wenn wir jetzt Wasser finden, hoffen wir auch, dass das sehr ergiebig ist“, so Berger. Im Moment brauche es aber vor allem eines ganz dringend: Regen.