Österreich sei eine Exportnation, doch um am internationalen Markt erfolgreich sein zu können, müssen die Betriebe konkurrenzfähig produzieren können, sagt Kari Ochsner am Samstag im Interview mit der „Kronen Zeitung“ und beklagt: „Wenn man die Jahresarbeitstage in Österreich international vergleicht, sind wir sehr weit hinten.“
Der Präsident der IV-Niederösterreich sieht darin einen klaren Wettbewerbsnachteil für Österreich und spricht sich am heutigen Feiertag für eine Reduktion aus: „Wenn wir eine 41-Stunden-Woche hätten, würde das den meisten Leuten nicht einmal auffallen. Wir könnten auch den ein oder anderen Feiertag einfach streichen.“ Mit 13 gesetzlichen Feiertagen liegt Österreich im Spitzenfeld. Auch einen Selbstbehalt im Spital von 25 Euro hält Ochsner für sinnvoll.
„Kahlschlag“ auf Rücken der Beschäftigten
Die Gewerkschaft GPA reagierte mit Kritik. „Wettbewerbsfähigkeit entsteht nicht durch mehr Stunden am Papier, sondern durch Investitionen, Innovation und höhere Produktivität“, konterte GPA-Chefin Teiber in einer Aussendung und betont: „Wenn es nach Teilen der Industrie geht, besteht Standortpolitik offenbar vor allem darin, den Rotstift bei den Beschäftigten anzusetzen.“
FPÖ-Sozialsprecherin Dagmar Belakowitsch ortet ein „abgekartetes Spiel der ÖVP“, die „hier ihre Handlanger vorschickt, um den totalen Sozialabbau in unserem Land voranzutreiben“. Die von der IV ins Treffen geführte internationale Wettbewerbsfähigkeit dürfe nicht auf dem Rücken der Beschäftigten ausgetragen werden. Das Land brauche vielmehr „motivierte Arbeitskräfte, die wieder die echte Chance erhalten, sich mit ihrer Hände Arbeit etwas Eigenes aufzubauen.“