Ein Beispiel für diese angespannte Situation ist die Stadt Eferding. Die denkmalgeschützte Volksschule Nord muss saniert werden. Die Garderoben im Keller haben schon bessere Zeiten gesehen.

Und: Die Klassenzimmer sind zwar groß, aber der Weg dorthin ist nicht barrierefrei. An einer Sanierung des Schulgebäudes führt aus Sicht der Schulleitung und der Stadtpolitik kein Weg vorbei.

Architekt: Gebäudehülle muss neu gebaut werden

Das Gebäude ist inzwischen aber in so schlechtem Zustand, dass es wohl jahrelange Bauarbeiten brauchen wird. Eine Sanierung des denkmalgeschützten Gebäudes wird wohl teurer als ein Neubau, sagt der Architekt Herwig Gruber, der sich im Auftrag der Stadt mit dem Gebäude beschäftigt. „So ein Gebäude wird bei einer Generalsanierung vom Keller bis zum Dach innerhalb der denkmalgeschützten Hülle komplett neu gebaut“, sagt der Architekt.

Das kann sich Eferding aktuell allein nicht leisten. Der Bürgermeister von Eferding, Christian Penn (SPÖ), sagt: „Es ist eine unglaubliche Herausforderung, solche Projekte zu stemmen. Da sitzen alle Bürgermeister, unabhängig von politischen Zugängen, im gleichen Boot.“

Das denkmalgeschützte, beeindruckende Gebäude aufzugeben, sei keine Option. Aktuell werde an einem Konzept gearbeitet, die Volksschule zeitgleich mit einer weiteren Schule in Eferding zu sanieren.

Steyr mit hoher Dichte an Denkmälern

In Steyr hat man mit der Sanierung denkmalgeschützter Gebäude schon viel Erfahrung. Große Teile der Innenstadt stehen unter Denkmalschutz. Mehr als 700 Denkmäler gibt es hier – das ist die höchste Dichte in ganz Oberösterreich.

Aber auch die Industriestadt Steyr spürt, dass es immer schwieriger wird, die aufwändigen Sanierungen zu finanzieren. Bürgermeister Markus Vogl (SPÖ) sagt dazu: „Es wird nicht nur für uns schwieriger. Es betrifft auch viele Private, und da gibt es einige, die wirklich mit viel Herzblut dahinter sind. Aber das sind wirklich gewaltige Kosten.“

„Steuer-Erleichterungen würden helfen“

Für Denkmäler zuständig ist in Österreich das Bundesdenkmalamt. Es hilft bei der Erhaltung und kann Förderungen vergeben. Aber auch dort sind die Mittel begrenzt. Helfen würden steuerliche Erleichterungen für Eigentümer denkmalgeschützter Gebäude, heißt es vom Vertreter des Bundesdenkmalamts in Oberösterreich, Landeskonservator Daniel Resch.

6.000 denkmalgeschützte Gebäude oder Denkmäler gibt es inzwischen in Oberösterreich. Auch jüngere Gebäude werden inzwischen unter Denkmalschutz gestellt – so wie der Sparkassenturm im Linzer Stadtteil Urfahr, der erst 1979 gebaut worden ist.

„Denkmalschutz wird kein Massenphänomen“

Denkmalschutz wird kein Massenphänomen werden, sagt Landeskonservator Daniel Resch: „Gute Architektur, qualitative Architektur lässt sich durchaus erkennen. Es braucht einen gewissen zeitlichen Abstand. Aber das ist dann schon schaffbar.“

Und jedes denkmalgeschützte Gebäude ist ein Stück Geschichte. Einmal verloren, wäre es für immer verschwunden.