Als der Schönheitschirurg Philipp Mayr vor sieben Jahren seine Praxis in Leonding eröffnete, waren Männer dort noch die Ausnahme. Heute ist bereits etwa jeder vierte Patient männlich. Für Mayr ein Zeichen dafür, dass kosmetische Behandlungen zunehmend auch für Männer selbstverständlich werden.
Große Steigerung durch Homeoffice
„Eine große Steigerung hat Corona gebracht. Also das Arbeiten vor der Kamera im Homeoffice und natürlich auch Social Media“, sagt Mayr. Dadurch hätten sich Schönheitsideale verändert, Männer würden heute stärker auf ihr äußeres Erscheinungsbild achten.
Einer der Patienten von Philipp Mayr ist der 46-jährige Unternehmensberater Herwig Erlacher. Er beobachtet in seinem Umfeld, dass das Aussehen auch für Männer zunehmend an Bedeutung gewinnt. „Es ist vor allem unterstützt durch Social Media“, sagt er.
Patient: „Wollte jung und frisch bleiben“
Für seine eigene Behandlung seien aber andere Gründe ausschlaggebend gewesen: „Für mich war der Grund, warum ich’s getan habe, um jung und frisch zu bleiben. Es war präventiv.“
Er lässt sich seit mehreren Jahren etwa regelmäßig Filler spritzen. Dabei wird eine gelartige Substanz unter die Haut eingebracht, um Falten aufzufüllen. Die Behandlung dauert rund 20 Minuten, die Wirkung hält etwa ein Jahr an.
Unterschiede zwischen Männern und Frauen
Gefragt seien laut dem Schönheitschirurgen Philipp Mayr bei Männern heute vor allem Faltenbehandlungen, Lidkorrekturen, Gesichtsstraffungen, Fettabsaugungen oder Korrekturen im Brustbereich. Auch Haartransplantationen würden international immer häufiger nachgefragt.
Trotz des Booms erkennt Mayr aber weiterhin Unterschiede zwischen männlichen und weiblichen Patienten. „Der Hang zum Übertriebenen ist bei Männern auf jeden Fall noch weniger ausgeprägt“, sagt er. Vielen sei besonders wichtig, dass die Ergebnisse möglichst natürlich wirken.
Männer investieren insgesamt mehr in ihr Aussehen
Diese Entwicklung beschränkt sich aber längst nicht auf Arztpraxen. Fitnessstudios boomen, der Markt für Männerkosmetik wächst und auch für Haut- und Haarpflege nimmt der Durchschnittsösterreicher heute mehr Geld in die Hand als noch vor ein paar Jahren.
Der Trend scheint damit klar in eine Richtung zu gehen: Wenn es um das eigene Aussehen geht, nehmen auch hierzulande immer mehr Männer ihr Schicksal selbst in die Hand.