Wirtschaften am Land“ überprüfte Anfang Juni insgesamt 98 Essiggurkenprodukte aus dem Lebensmitteleinzelhandel. 58 waren Markenartikel, 40 Eigenmarken.

Bei 35 der 98 Gläser – rund einem Drittel – kamen die Gurkerln laut Etikett aus Österreich, bei sieben aus anderen EU-Staaten, und 56 blieben ohne Herkunftsangabe, wobei diese vor allem bei den Eigenmarken der Handelsketten besonders häufig fehlte.

Neun von 40 Eigenmarkenprodukten aus Indien

Von den 40 Eigenmarkenprodukten kamen laut Etikett fünf aus Österreich und vier aus anderen EU-Ländern. Bei den restlichen 31 – das sind 77,5 Prozent – war die Herkunft nicht angegeben. Auf Nachfrage erhielt „Wirtschaften am Land“ bei neun Produkten die Auskunft, dass diese aus Indien kommen, insgesamt wurden 15 mögliche Herkunftsländer aufgezählt, darunter Nordmazedonien, Russland und die Türkei.

Von den 58 Markenartikel kamen immerhin 30 aus Österreich, drei aus Deutschland, und bei 25 (43 Prozent) fehlte ebenfalls die Angabe.

Produktion in Österreich rückläufig

„Sie entscheiden mit jedem Griff ins Regal mit, was in Österreich morgen noch angebaut wird“, appellierte Robert Pichler, Obmann von „Wirtschaften am Land“, bei einer Pressekonferenz am Dienstag in Hartkirchen (Bezirk Eferding) an die Konsumentinnen und Konsumenten. Denn die Produktion ist rückläufig. Von 2025 auf heuer ging die Anbaufläche von 118 auf 104 Hektar zurück.

Der Selbstversorgungsgrad Österreichs bei Essiggurkerln liege derzeit bei 56 Prozent, in den 1990er Jahren waren es noch 80 Prozent, rechnete Pichler vor. Franz Waldenberger, Präsident der Landwirtschaftskammer Oberösterreich, verwies auf die höheren Umwelt- und Sozialstandards in Österreich, während diese in Indien unklar seien. Er forderte strenge Importkontrollen.