Das bestätigte Wirtschaftslandesrat Markus Achleitner (ÖVP) am Dienstag. Auf der Gesamtfläche von 50 Hektar Betriebsbaugebiet, das der Konzern vor Jahren gekauft hat, entstehe der „Google-Campus“.

Ende April Spatenstich für ersten Teil des Datacenters

Nachdem erst Ende April der Spatenstich für den ersten Teil des Datencenters gesetzt worden war, habe der Konzern vor vier Wochen „überraschend“ Achleitner und Landeshauptmann Thomas Stelzer (ÖVP) mitgeteilt, bereits unmittelbar die Erweiterung zu beantragen.

Die wasserrechtliche Genehmigung für das gesamte Projekt wurde bereits mit der ersten Ausbaustufe erteilt. Zudem sei laut dem Landesrat ein UVP-Feststellungsverfahren durchgeführt worden, das zu dem Ergebnis kam, dass für den Bau des gesamten Campus keine UVP nötig sei.

Mehrere Milliarden Euro Investition

Er schätzt, dass im zweiten Halbjahr 2027 alle Bewilligungen vorliegen könnten und Google, wie es offenbar mitgeteilt habe, mit der Erweiterung beginnen könne. Achleitner sprach vom „größten Einzelprojekt in der Geschichte des Landes Oberösterreichs“, das Investitionsvolumen solle mehrere Milliarden Euro betragen.

Laut Netz Oberösterreich steige mit dem Bau des Campus der Stromverbrauch gegenüber der ersten Ausbaustufe von 1,31 TWh pro Jahr auf bis zu 4,4 TWh bei einer Anschlussleistung von 500 MW deutlich. Achleitner verwies darauf, dass laut E-Control die Netzanschlussmöglichkeiten vorhanden seien. Verhandlungen über Stromverträge würden laufen. Google habe dem Land gegenüber gemeint, den Fokus auf „100 Prozent erneuerbare Energie“ zu legen.

Bürgerinitiative will Offenheit

Bei einer Kundgebung der „Bürger:inneninitiative Rechenzentrum Kronstorf“ am 17. Juli forderte diese die „bedingungslose Offenlegung aller Verträge und Deals zwischen Politik und Tech-Konzernen ab dem ersten Tag sowie ehrliche Gesamtprüfungen zu Lärm, Verkehr und Netzsicherheit“.

Der Wirtschaftsinformatiker und Dekan der Fachhochschule Steyr Andreas Auinger sieht einen deutlichen Mehrwert mit der Entstehung des Campus. Er verwies auf die Datensouveränität, wenn ein Zentrum in der Region entstehe, und sprach von der „historischen Chance für einen KI-Cluster in Oberösterreich“ zu dem Google einen „entscheidenden Impuls“ liefere.

Kaineder: „Darf nicht hinter verschlossenen Türen wachsen“

Die Grünen kritisieren am Dienstag einmal mehr die „scheibchenweise“ Kommunikation mit den Menschen in der Region. Umwelt- und Klimalandesrat Stefan Kaineder forderte Google zu voller Transparenz und Wirtschaftslandesrat Markus Achleitner zu einer unabhängigen Analyse der Folgen für Wasser, Umwelt, Stromnetz und Strompreise auf. „Ein Projekt dieser Größenordnung darf nicht hinter verschlossenen Türen wachsen. Google und Achleitner müssen offenlegen, wie viel Wasser und Strom am Ende tatsächlich gebraucht wird und was das für die Region bedeutet“, sagte Kaineder.