Der bisher heißeste Julitag in Oberösterreich war der 28. Juli 2013. Damals hatte es in Bad Goisern (Bezirk Gmunden) 39,2 Grad. Dieser Rekord ist jetzt nach 13 Jahren gefallen.
Mit 40,3 Grad auch neuer Rekord bundesweit
Neuer Spitzenreiter ist Weyer mit am Freitag (31. Juli 2026) gemessenen 39,6 Grad Celsius. Das sind von der Geosphere Austria Freitagabend veröffentlichte, vorläufige Daten. Aus diesen geht hervor, dass an zumindest 30 Stationen in Österreich ein neuer Jahreshöchstwert erreicht wurde. 20 dieser Messstellen bestehen bereits seit mehr als 30 Jahren. Auch der bundesweite Julirekord ist gefallen: 40,3 Grad im niederösterreichischen Wieselburg lösen hier 39,7 Grad in Dellach im Drautal (Kärnten) aus dem Jahr 1983 ab.
2026: Niederschlagsarme sieben Monate
Die Hitze hat in Kombination mit der anhaltenden Trockenheit negative Auswirkungen auf die Wasserversorgung im Land. Niedrige Flusspegel, ausgetrocknete Bäche, geringer Wasserstand in vielen Seen, ausgedörrte Felder – das sind die sichtbaren Folgen.
Die ersten sieben Monate des Jahres waren laut GeoSphere Austria so niederschlagsarm wie noch nie seit Beginn des 20. Jahrhunderts.
Hausbrunnen versiegen
Die Trockenheit führt zum Beispiel dazu, dass auch Hausbrunnen plötzlich versiegen. Wie bei Rainer Simader in Wallern an der Trattnach: „Ja, eigentlich ist es ein Schock, weil das hat 50 Jahre funktioniert. Das haben meine Eltern gemacht und Wasser ist sowas, da verlässt man sich drauf, dass das da ist." Außerdem komme jetzt eine teure Baustelle auf ihn zu, ergänzt Simader, und zwar gut 10.000 Euro für den Anschluss an das öffentliche Wasserversorgungsnetz.
Es sei ihm gar nicht bewusst gewesen, wieviel Wasser man eigentlich im Alltag verbrauche, sagt Simader: „Das merkt man erst, wenn es nicht mehr da ist!“
Feuerwehr brachte Nutzwasser
Die Gemeinde habe sofort reagiert und über die Feuerwehr einen Transport organisiert, damit die Familie zumindest Nutzwasser für ein paar Tage habe, sagt Wallerns Bürgermeister Dominik Richtsteiger: „Wir haben dann natürlich geschaut, dass er so schnell wie möglich an die Ortswasserleitung angeschlossen wird.“ Damit werde dann auch die Trinkwasserversorgung wieder sichergestellt.
Wallern an der Trattnach bezieht das Wasser von der WDL, der WasserdienstleistungsGmbH der Energie AG, so der Bürgermeister. Man merke aber schon, dass der Grundwasserspiegel sinke: „Die Hausbrunnen, die teilweise auch notwendig sind – speziell in der Landwirtschaft – die werden langsam aber sicher einfach leer.“
Trinkwasser in Hinterstoder knapp
Wasser sparen heißt es aktuell in vielen Gemeinden. In der Ortschaft Tambergau in Vorderstoder (Bezirk Kirchdorf) muss die Feuerwehr Hinterstoder derzeit fehlendes Wasser in das Leitungsnetz einspeisen. Das Leitungswasser ist daher nicht direkt als Trinkwasser nutzbar, sondern muss abgekocht werden.
Historisch niedrig ist auch der Pegel des Attersees. Wegen des Wasserstands können die Anlegestellen Kammer und Seewalchen laut Attersee-Schifffahrt vorübergehend nicht angefahren werden. Mehr in Zu wenig Wasser: Schifffahrt am Attersee eingeschränkt.
Die Betreiber sprechen von einer Situation, die sie noch nie erlebt haben.