„Wir haben schon einige große Hechte, Karpfen, Saiblinge und Seeforellen gerettet. Wir schauen jetzt, dass wir die Fischbiomasse dezimieren. Die Fische werden in der Zwischenzeit in einem Löschteich zwischengelagert“, sagte Heimo Huber vom Fischereiverband Oberes Salzkammergut.
Niedrigster Wasserstand aller Zeiten
Andreas Lammersdorfer vom Fischerclub Nussensee zeigte sich besorgt über die Tendenzen der klimatischen Veränderungen. Während kleinere Schwankungen des Wasserstandes bekannt sind, sei das Ausmaß des aktuellen Wasserrückgangs beispiellos. Die klimatischen Bedingungen würden das ökologische Gleichgewicht des Sees erheblich gefährden.
In den letzten Tagen wurden Fische mit einem Gesamtgewicht von einer Tonne gerettet.
Auch Fließgewässer leiden unter Hitze
Der Nussensee ist jedoch nicht der einzige betroffene Ort. Auch die fließenden Gewässer im Salzkammergut, in denen Forellen vorkommen, sind durch zurückgehende Wassermengen und steigende Temperaturen betroffen. Jörg Werner vom Fischereiverband Oberes Salzkammergut erklärte, dass in Flüssen wie der Traun die Temperaturen über 20 Grad steigen, was den Lebensraum für Salmoniden wie Eschen und Bachforellen untragbar mache.
Künftige Bauprojekte sollten Auswirkungen berücksichtigen
Der Fischereiverband wies darauf hin, dass Wasser zu einem knappen Gut werde und besser verwaltet werden müsse. Landesfischermeister Gerhard Sandmayr betonte die Notwendigkeit, bei Bauprojekten die Auswirkungen auf das Grundwasser und die natürlichen Gewässer stärker zu berücksichtigen, um zukünftige Krisen zu vermeiden.
Trotz der aktuellen Herausforderungen hoffen die Fischereiverantwortlichen, dass der Nussensee sich bis Herbst wieder erholen wird, auch wenn momentan keine ergiebigen Regenfälle zu erwarten sind.