Was für die meisten Menschen vor allem lästig ist, kann für Allergiker lebensbedrohlich werden. Für Iris Wenninger aus Vöcklabruck hätte ein Wespenstich beinahe dramatische Folgen gehabt. Während der Arbeit wurde sie gestochen. „Die Wespe hat sich wohl niedergesetzt und ich bin mit der Hand draufgekommen. Dann hat sie zugestochen. Meine Kollegen haben sofort erkannt, dass es mir nicht gut geht, und mir den EpiPen verabreicht“, erzählt Wenninger.

Spitäler verzeichnen mehr Fälle

Iris Wenninger ist kein Einzelfall. Wespenstiche führen heuer außergewöhnlich oft zu Rettungseinsätzen und Spitalseinlieferungen. Allein im Juli wurde das Rote Kreuz in Oberösterreich 55 Mal zu Einsätzen wegen Insektenstichen gerufen – im Juli des Vorjahres waren es lediglich fünf.

Auch in den Krankenhäusern werden derzeit deutlich mehr Patientinnen und Patienten nach Wespenstichen behandelt. „Vor allem bekannte Allergiker kommen mit schweren, anaphylaktischen Reaktionen zu uns. Und selbst Nicht-Allergikerinnen und Nicht-Allergiker müssen teilweise wegen sehr starker lokaler Reaktionen notärztlich behandelt werden“, sagt Lisa Edlinger, Assistenzärztin am Salzkammergut Klinikum Vöcklabruck.

Nicht jeder Stich ist ein Notfall

Nicht jeder Wespenstich muss im Krankenhaus behandelt werden. Treten lokale Schwellungen auf, reicht es meist aus, die Einstichstelle zu kühlen, erklärt Michael Steinbichler, Sanitäter und Erste-Hilfe-Lehrbeauftragter beim Roten Kreuz Oberösterreich.

Gefährlich werden würde es jedoch, wenn Schwellungen im Bereich der Atemwege auftreten oder Atemnot einsetzt. Dann sollte umgehend die Rettung verständigt werden. „Wichtig ist, den Halsbereich zu kühlen, damit die Atemwege möglichst frei bleiben. Auch Eis zum Lutschen kann helfen. Betroffene sollten bei Atemnot mit erhöhtem Oberkörper gelagert und beruhigt werden“, so Steinbichler.

Wespen auf Nahrungssuche

Das warme und trockene Wetter hat den Wespen heuer einen guten Start in die Saison beschert. Derzeit sind sie verstärkt auf Nahrungssuche und kommen deshalb häufig mit Menschen in Kontakt. Auch wenn sie oft aufdringlich wirken: Wespen sind in der Regel nicht grundlos aggressiv. Experten raten deshalb, ruhig zu bleiben und nicht nach den Tieren zu schlagen. Fühlen sich Wespen bedroht oder verteidigen sie ihr Nest, steigt das Risiko, gestochen zu werden.