In Tragwein im Bezirk Freistadt musste die Feuerwehr auf einen Schwimmpool zurückgreifen. „In der Nähe hatten wir sonst keine Wasserversorgung, ausser einen Pool und einen Löschbehälter“, schildert Daniel Schützenhofer, Kommandant von der Freiwilligen Feuerwehr Tragwein die Situation. Wegen ausgetrockneter Gewässer müssen Feuerwehren immer öfter nahegelegene Schwimmteiche oder private Pools nutzen.

Private Pools vor allem in der Anfangsphase bedeutend

In der ersten Phase eines Brandes könne es erforderlich sein, Wasser aus privaten Schwimmteichen oder Pools zu entnehmen. Obwohl Pools mit 30.000 Litern bei einem Waldbrand nur etwa fünf Minuten ausreichen würden, seien sie von großer Bedeutung, bis andere Quellen erschlossen werden, heißt es vom Landesfeuerwehrkommando (LFK).

„Das Oberösterreichische Feuer- und Gefahrenpolizeigesetz sieht vor, dass die Privatpersonen gewisse Duldungspflichten im Einsatzfall haben. Das betrifft einerseits den Brandeinsatz, aber auch alle anderen Feuerwehreinsätze. Und da gehört unter anderem auch dazu, dass wenn es nicht anders möglich ist, dass man sich eben der Löschwasserentnahme bei Schwimmbädern und Ähnlichem bedienen darf“, erklärt Marie-Sophie Gahler vom LFK.

Interview mit Marie Sophie Gahler vom LFK

LFK: „Landwirte sind oft eine große Unterstützung“

Für eine ausreichende Löschwasserversorgung müssen Bäche mindestens 30 Zentimeter tief sein, deshalb könne bei weitem nicht jeder Bach genutzt werden. Bis eine entsprechende Löschwasserleitung errichtet sei, würden oft Landwirte mit Vakuumfässern aushelfen. „Es wird immer bei einer Verhältnismäßigkeitsabwägung geschaut, was ich sonst noch heranbringen kann. Landwirte sind oft eine große Unterstützung“, so Gahler.

Allein im Juni und Juli wurden Oberösterreichs Feuerwehren zu 1844 Brandeinsätzen gerufen.