Nach Angaben der Interessengemeinschaft (IG) Milch trifft die Dürre in Österreich derzeit vor allem Milchviehbetriebe in Oberösterreich, Salzburg und Niederösterreich. Der Obmannstellvertreter der IG-Milch aus Pram (Bezirk Grieskirchen), Andreas Hetzlinger, spricht von einer bisher nicht erlebten Situation. Wegen der Hitze und der anhaltenden Trockenheit wachse auf vielen Weiden kaum noch Futter. Die Kühe blieben deshalb im Stall und fräßen bereits jetzt Heu, das eigentlich für den Winter vorgesehen sei. Die Situation sei für viele Betriebe existenzbedrohend.

Futterknappheit und sinkende Milchpreise

Nach Angaben der IG-Milch erschwert die Dürre in weiten Teilen Europas auch den Zukauf von Futtermitteln. Gleichzeitig steige das Angebot an Schlachttieren, wodurch die Preise unter Druck gerieten. Zusätzlich würden die Milchpreise seit zwei Jahren sinken, während die Produktionskosten weiter steigen. Viele Betriebe verfügten deshalb über keine finanziellen Reserven mehr.

Fünf Forderungen an die Politik

Die IG-Milch fordert unter anderem eine Dürreausgleichszahlung von 300 Euro pro Großvieheinheit aus dem Katastrophenfonds. Außerdem verlangt sie eine nationale Futtermittelbörse, Zuschüsse für Futtermitteltransporte, die Sicherung von Maisbeständen als Futterersatz sowie die Einberufung eines Krisenstabs mit Vertretern der Landwirtschaft.

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Die Interessenvertretung sieht angesichts niedriger Pegelstände und schwindender Futtervorräte akuten Handlungsbedarf. Ziel müsse es sein, die heimische Milchproduktion zu sichern und die Betriebe bei der Bewältigung der Dürrefolgen zu unterstützen.