Google betonte, dass Kooperationen mit Fachhochschulen und anderen Unternehmen dem gesamten Bundesland nutzen würden. Auch Wirtschaftslandesrat Markus Achleitner (ÖVP) sprach von Milliarden-Investitionen, die der Bauwirtschaft und der Industrie in Oberösterreich zugute kommen würden.
Laut Faruk Bajramovic, Experte für KI und Datenanalyse beim großen Beratungsunternehmen PwC, das mit Google zusammenarbeitet, würden sich die Investitionen jedoch in Grenzen halten.
Experte: „Effekt wird nicht so groß wie angekündigt“
Bajramovic stellt die vom Land Oberösterreich genannten Investitionen in Höhe von mehreren Milliarden Euro in Frage. „Der Standort Oberösterreich wird zwar gestärkt, aber der wirtschaftliche Effekt wird nicht so groß, wie Google ankündigt“, sagt Bajramovic.
Andreas Auinger, Dekan der Fachhochschule Steyr, die ebenfalls seit Jahren mit Google kooperiert, sieht einen deutlichen Mehrwert mit der Entstehung des Campus. Er verwies auf die Datensouveränität, wenn ein Zentrum in der Region entstehe. Er bezeichnet die Google-Pläne in Kronstorf als „Lottosechser“.
Signalwirkung und verbesserte Datensicherheit
In eine ähnliche Kerbe schlägt auch der Datenexperte Bajramovic. Was dieses Projekt für Oberösterreich durchaus bewirken könne, sei die Wirkung nach Außen. „Es signalisiert Offenheit für Investitionen und, dass das Land solche modernen Infrastrukturen auch bewältigen kann“, so der Experte. Auch in puncto Datensicherheit sieht er einen Vorteil. Diese sei mit einem Standort in Österreich besser gegeben als etwa in den USA.
Schnellere Internetverbindung nicht relevant
Laut Wirtschaftslandesrat Achleitner reduziert in lokales Datencenter die Latenzzeiten. Das sieht der Experte skeptisch, denn „es handelt sich dabei um kein österreichisches Datenzentrum, sondern ist in seiner Dimension global. Es würde für 50 Mal Österreich reichen“, so Bajramovic.
Die Rechenleistung, die dort bereitgestellt wird, könne damit von Unternehmen aus Österreich, aber auch der ganzen Welt benutzt werden, um KI-Agenten oder Google-Angebote wie YouTube zu nutzen. „Es ist nicht für den Otto-Normal-Verbraucher gedacht. Das Rechenzentrum macht das Internet nicht schneller“, so der Digitalexperte.
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100 zusätzliche Jobs sollen direkt im Google-Rechenzentrum in Kronstorf geschaffen werden. Laut Google werden „bis 2029 jährlich rund 4.600 Arbeitsplätze in der weiteren Region ermöglicht“.
Von rund 100 direkten Arbeitsplätzen geht auch der Experte aus, in weiterer Folge spricht er jedoch insgesamt von rund 2.000 indirekten Arbeitsplätzen. Dies hätten vergleichbare Projekte an anderen Standorten gezeigt.
Diskussion um Strompreis
In der Kritik stand auch immer wieder, dass das im Bau befindliche Rechenzentrum vor allem viel Kühlwasser für Computer und Festplatten benötigen würde. Auch der hohe Stromverbrauch wurde kritisiert, denn im größeren Ausbau soll Google mehr Strom verbrauchen als alle Haushalte Oberösterreichs zusammen.
Mit höheren Strompreisen aufgrund des steigenden Stromverbrauchs rechnet Bajramovic jedoch nicht: „Es gibt Datenzentren in Finnland, Belgien und Irland, da ist es erfahrungsgemäß zu keinen Erhöhungen gekommen.“ Dies hänge zwar vom Stromanbieter ab, doch „eine direkte Verbindung zwischen Strompreis und Stromverbrauch bei Datenzentren gibt es nicht.“