Regelmäßig werden bei den heimischen Ackerbetrieben Bodenproben genommen. „Der Oberboden ist ganz trocken. Die Lebewesen ziehen sich zurück, das merkt man zum Beispiel bei den Würmern – die sind deutlich tiefer im Erdinneren zu finden“, so Biobauer Josef Eder aus Sarleinsbach (Bezirk Rohrbach).
Vor allem fehlt es an Wasser, das für die Entwicklung der Getreidepflanzen entscheidend ist. Mehr als 100 Tonnen weniger Ertrag bei der Dinkelernte verzeichnet man im Mühlviertel. Auch bei Mais, Soja und Zuckerrüben droht in Oberösterreich ein Ausfall von mehr als 60 Prozent, in manchen Regionen spricht die Landwirtschaftskammer OÖ auch von Totalausfällen. „Ohne Wasser fehlt ein Grundelement und dann ist der Boden einfach tot“, so Eder.
Brotpreise könnten aufgrund der geringen Ernte steigen
Oberösterreich verzeichnet heuer das trockenste erste Halbjahr seit Beginn der Wetteraufzeichnungen, österreichweit war es das zweittrockenste. Durch die aktuellen Ernteeinbußen beim Getreide gerät der Ackerbau zunehmend unter Druck, denn Lieferverträge mit Kundinnen und Kunden müssen eingehalten werden. „Deswegen haben wir eine genaue Planung, was wir an Getreidemengen benötigen. Wir sorgen bereits im Herbst dafür“, sagt Juliane Eder aus der Bio-Hofbäckerei in Sarleinsbach.
Die geringen Mengen an Getreide werden sich wohl auch künftig auf den Preis für Brot und Gebäck auswirken. „Wohin sich der Brotpreis entwickelt, kann derzeit noch nicht genau gesagt werden. Denn es hängen auch andere Faktoren – und nicht nur die Getreideernte – daran“, so Juliane Eder. Denn auch durch Inflation und höhere Lohnkosten würden die Brotpreise steigen. „Wie viel Prozent es dann tatsächlich sind, das wird sich noch zeigen.“
Steigende Kosten bei Energie und Betriebsmitteln
Fast jeder vierte Ackerbauer denkt in Oberösterreich bereits ans Aufhören. „Das Defizit ist mittlerweile enorm“, sagt Thomas Wallner, Bodenberater der Landwirtschaftskammer Oberösterreich. „Es ist eine dramatische Situation im Niederschlagsbereich und auch bei den Produktpreisen – es kommen schließlich auch Preise für Betriebsmittel, Dünger und Saatgut zusammen.“ Genau hier gab es durch den Konflikt im Nahen Osten deutliche Kostensteigerungen – vor allem bei Stickstoffdünger oder Diesel.
Hilfe für betroffene Betriebe gefordert
Die Landwirtschaftskammer Oberösterreich fordert daher auch rasche Hilfe, denn: „Wenn Dürre und explodierende Betriebsmittelkosten gleichzeitig zuschlagen, reichen die bestehenden Sicherheitsnetze nicht mehr aus“, so Landwirtschaftskammer-Präsident Franz Waldenberger. Es brauche daher nationale Hilfen in Form von Entlastungen bei der Sozialversicherung oder durch Direktzahlungen an betroffene Betriebe.