Immer öfter verlassen sich Bergsteiger dabei auf Apps und geraten in Gelände, das ihre Fähigkeiten übersteigt. Die Folge: Kreislaufprobleme, Erschöpfungszustände und Dehydrierung führen vermehrt zu Notfällen.

Besonders stark betroffen waren die letzten eineinhalb Juliwochen, bilanzierte die Bergrettung am Freitag in einer Aussendung, aber auch im August setzte sich der Trend fort. Seit 22. Juli ging jeden Tag mindestens ein Notruf ein.

Sechs Einsätze an einem Tag

Den Negativrekord stellte der 29. Juli auf: An diesem Tag mussten die Bergretterinnen und Bergretter in Oberösterreich zu sechs Einsätzen ausrücken. Hinzu komme, dass man auch immer wieder für Unterstützungsleistungen bei der Bekämpfung von Waldbränden ausrücken müsse.

Appell der Bergrettung: „Touren sorgfältig planen“

Die Bergrettung appellierte an alle, die sich in die Berge begeben, ihre Touren sorgfältig vorzubereiten, sich ausreichend zu informieren und die tatsächlichen Anforderungen einer Tour realistisch einzuschätzen. Neben einer guten Ausrüstung seien ausreichend Getränke wichtig und der Blick auf die Wetterprognosen – auch im Hinblick auf die Hitzeentwicklung.

Erneut Bergunfall wegen App-Route

Zwei Bergsteiger aus Wien im Alter von 19 und 20 Jahren gerieten am Donnerstag auf dem Großen Priel (Bezirk Kirchdorf an der Krems) nach einem Gewitter in eine gefährliche Notlage. Beim nächtlichen Abstieg verließen sie aufgrund eines fehlerhaften Navigations-Tracks den markierten Weg und gerieten in steiles Gelände.

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Der 19-Jährige stürzte rund 50 Meter ab und wurde unter anderem am Kopf schwer verletzt. Wegen des schlechten Wetters konnte der Notarzthubschrauber zunächst nicht starten. Nach dem Einsatz der Bergrettung gelang gegen vier Uhr die Rettung aus der Luft. Der Verletzte wurde in ein Krankenhaus geflogen, sein 20-jähriger Begleiter blieb unverletzt.