Das Barockorchester hat im Laufe seiner dreißigjährigen Geschichte eine bemerkenswerte Entwicklung durchlaufen. Ursprünglich als Projekt für junge Musikerinnen und Musiker gegründet, hat es sich unter anderem auch mit mehr als 50 CD-Einspielungen weltweit etabliert.
Ein Projekt mit Nachhaltigkeit
Begonnen hat alles als ein Projekt für Studierende, ohne große Erwartungen. Doch das Ensemble schuf etwas Nachhaltiges: eine Plattform für das Spiel auf historischen Instrumenten. Diese sind teilweise mehrere hunderte Jahre alt und erfordern spezielle Techniken und Repertoirekenntnisse, die längst in Vergessenheit geraten waren.
In den 1990er-Jahren galt diese Art des Musizierens als exotisch und rebellisch. "Es war nicht einfach zu dieser Zeit etwas anderes zu machen. Es gab viele Aspekte die da eine Rolle spielten’, erzählt Gründungsmitglied Carin van Heerden. Insbesondere für Frauen in der Klassikbranche waren die Herausforderungen groß.
Stabilität über Jahre
Viele Musikerinnen und Musiker der Anfangszeit sind dem Orchester bis heute treu geblieben. „Es ist sehr stabiler Kern. Extrem stabil. Jetzt sitzen da Leute drin, die auch auf den Fotos von 1993, 1996 dabei sind. Das freut mich sehr“, so van Heerden.
Diese Beständigkeit und der Zusammenhalt innerhalb des Orchesters stammen auch aus der wertschätzenden und basisdemokratischen Struktur: „Unser Spirit basiert darauf, dass wir irrsinnig gerne miteinander spielen. Es gibt keinen wirklichen Boss.“
Ort für Inspiration und Wachstum
Die drei Jahrzehnte des Zusammenspiels haben dem L’Orfeo Orchester nicht nur zahlreiche internationale Auftritte beschert, wie im Wiener Musikverein oder als erstes Orchester in der Sixtinischen Kapelle, sondern auch Raum für musikalisches Wachstum und Inspiration geboten.
Die Anfangsjahre waren geprägt von intensiver Arbeit an Spieltechniken und Repertoire, die heute zur Selbstverständlichkeit geworden sind.