Rund jede sechste sicherheitsrelevante Meldung an den ÖBB-Bahnhöfen steht im Zusammenhang mit Alkoholkonsum, führte das zuständige Ministerium in der Aussendung aus.
Die aktuelle ÖBB-Hausordnung untersagt „übermäßigen“ Alkoholkonsum, für ein ausgeweitetes Verbot bräuchte es also eine entsprechende Änderung. Geprüft werden sollen nun in Oberösterreich auch die Bahnhöfe Linz und Wels.
Wichtig ist laut ÖBB-Sprecher Klaus Baumgartner die Unterscheidung zwischen Konsum- und Verkaufsverbot. „Es handelt sich um ein Verbot des Alkoholkonsums im Bahnhofsbereich, nicht um ein generelles Alkoholverbot oder Verkaufsverbot. Das bedeutet, dass der Erwerb von Alkohol in Geschäften oder die Konsumation in Gastrobetrieben erlaubt ist“, sagt Baumgartner.
In einer Aussendung des Ministeriums am Mittwoch hieß es zu den bekannt gewordenen Plänen, dass es an Bahnhöfen mit hoher Frequenz, an denen sich der überwiegende Teil der sicherheitsrelevanten Vorfälle ereigne, klare Regeln statt Interpretationen brauche. Zudem sollten Bahnhöfe Orte der Begegnung bleiben, an denen sich alle Menschen wohlfühlen.
Gespräche sollen über Notwendigkeit Aufschluss geben
Wie es vonseiten des Verkehrsministeriums hieß, sind für eine Umsetzung jedoch auch Gespräche mit Stakeholdern – Gemeinden und Bezirken – notwendig, um die flächenmäßige Begrenzung des Alkoholkonsumationsverbots festzulegen.
Die Entscheidung, für welche Bahnhöfe konkret eine Ausweitung infrage komme, werde in den kommenden Monaten fallen – Fixkandidaten gibt es noch keine.
Hajart: „Alkoholverbot längst überfällig“
Aus Linz und Wels kamen zu den Plänen durchwegs positive Signale. Vom Linzer Vizebürgermeister Martin Hajart (ÖVP) kommt klare Zustimmung. Die Linzer Volkspartei würde eine solche Maßnahme bereits seit Jahren fordern. „Die Situation im und um den Linzer Hauptbahnhof ist in puncto Sicherheit und Sauberkeit nicht länger hinnehmbar. Übermäßiger Alkoholkonsum, Drogen und die damit verbundenen Begleiterscheinungen tragen wesentlich dazu bei, dass sich viele Menschen dort unwohl und unsicher fühlen. Ein Alkoholverbot ist daher längst überfällig“, sagt Hajart.
Positive Signale auch aus Wels
Auch beim Welser Sicherheitsreferenten und gleichzeitig Vizebürgermeister Gerhard Kroiß (FPÖ) stößt der Plan auf Zustimmung. „Wenn ein solches Verbot nun auch im Hauptbahnhof selbst kommen sollte, ist das natürlich sehr positiv. Allerdings gehört die Einhaltung dann rigoros überwacht. Es ist daher die ständige Präsenz der ÖBB Operative Services dringend notwendig. Sonst wird das geplante Alkoholverbot keinerlei Wirkung zeigen“, sagt Kroiß.