46 Kassenärztinnen und -ärzte fehlen derzeit in Oberösterreich. Alleine bei den Gynäkologen sind 15 unbesetzt. „Die Situation ist mehr als verheerend. Es gibt vor allem im ländlichen Bereich Ordinationen, die zwischen 1.500 und 2.000 Patientinnen im Quartal anschauen müssen. Auch im städtischen Bereich sind es etwa 1.000 pro Quartal“, so Doris Steiger-Bauer, Linzer Gynäkologin und Fachgruppensprecherin. Nachdem 15 Stellen unbesetzt sind, würden andere Ärzte die Arbeit kompensieren müssen.
Doch nicht nur in der Gynäkologie fehlen Ärztinnen und Ärzte. Auch bei Hautärzten sind aktuell sechs Stellen unbesetzt. Zusätzlich werden noch 26 Allgemeinmedizinerinnen und -mediziner gesucht.
Arbeitsbedingungen für Junge unattraktiv
Einen Grund für die unbesetzten Stellen sieht die Ärztekammer mitunter in den Arbeitsbedingungen. Viele junge Medizinerinnen und Mediziner würden flexibler arbeiten wollen und entscheiden sich daher gegen eine klassische Kassenpraxis. „Früher wusste ein 30-jähriger Mediziner klar, wo er sich mit seiner Ordination niederlassen möchte. Es wurde eine Infrastruktur geschaffen, es wurden Mitarbeiter angestellt. Aber diese Entscheidungsfreudigkeit hat sich stark verändert“, sagt Präsidentin der Ärztekammer OÖ, Silke Haim.
Kassenverträge nicht für Teilzeit
Grundsätzlich würde es genug Ärztinnen und Ärzte im Gesundheitssystem geben, doch für viele junge Medizinerinnen und Mediziner würden Kassenverträge nicht attraktiv genug sein, betonte Haim. Ein wesentliches Problem sei, dass Kassenverträge für junge Mediziner nicht attraktiv genug seien. „Zudem sehen wir auch bei den Ärztinnen und Ärzten den Trend zur Teilzeit. Das hat der Kassenvertrag verabsäumt – es gibt keine Teilkassenverträge“, so die Ärztekammer-Präsidentin.
Studiogespräch: Ärztekammer Präsidentin zu Lösungen
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Spitäler hingegen haben darauf reagiert und würden auch Teilzeitstellen in allen Fachbereichen anbieten. Dadurch werde es im Wettbewerb noch schwieriger, Personal für Arztpraxen mit Vollzeit-Kassenverträgen zu finden.
Patienten sollen Gesundheitskompetenz entwickeln
Daher würden Patientinnen und Patienten auch immer häufiger auf Wahlarztpraxen ausweichen müssen. „Wir hoffen aber auch darauf, dass die Patienten eine gewisse Gesundheitskompetenz entwickeln und nicht immer eine Arztkonsultation benötigen“, sagt Haim und verweist dabei einmal mehr auf die Gesundheitshotline 1450.