Wasserhahn auf – und sauberes Trinkwasser kommt heraus. Für uns ist das selbstverständlich. Doch der heurige Sommer zeigt, dass Wasser auch in Oberösterreich knapp werden kann. In Traunkirchen etwa sind die eigenen Quellen ausgetrocknet. Die Nachbargemeinde Altmünster musste aushelfen – rund die Hälfte des benötigten Trinkwassers kommt mittlerweile von dort. Mehr dazu in Gemeinden geht das Wasser aus.
Auch im Mühlviertel macht sich die Trockenheit bemerkbar: In Ulrichsberg liefern die Quellen nur noch rund 20 Prozent ihrer üblichen Kapazität. Tiefere Brunnen sollen dort künftig für mehr Wasser sorgen. Mehr dazu in Wassermangel: Genossenschaft rüstet sich.
Umfrage: Sorge vor Wasserknappheit wächst
Die anhaltende Hitze sorgt auch in der Bevölkerung für Unsicherheit. Laut einer aktuellen Marketagent-Umfrage rechnen sechs von zehn Österreicherinnen und Österreichern damit, dass es bereits innerhalb der nächsten zehn Jahre Probleme mit der Wasserverfügbarkeit geben könnte. Knapp die Hälfte der Befragten bewertet die aktuelle Verfügbarkeit von Wasser und Trinkwasser als problematisch – zum Vergleich: Im Jahr 2023 waren es noch 24 Prozent. Doppelt so vielen Menschen bereitet die aktuelle Situation beim Wasser heuer Sorgen.
Für Trinkwasserzwecke sei derzeit grundsätzlich ausreichend Grundwasser in Oberösterreich vorhanden, sagt Christian Kneidinger, Leiter der Abteilung Trinkwasser und Abwasser beim Land Oberösterreich. „Wir haben in Oberösterreich sehr viele bedeutende Grundwasservorkommen. Also über das ganze Land verteilt haben wir hydrogeologisch gute Verhältnisse“, so Kneidinger.
Vor allem alte Wasserleitungen könnten immer mehr zum Problem werden. Der durchschnittliche Wasserverlust durch alte, kaputte Leitungen liegt österreichweit bei zehn Prozent. „Einige Gemeinden hätten da vielleicht mehr darauf schauen sollen“, sagt der Wasserexperte.
Wie gut Oberösterreich auf längere Trockenperioden vorbereitet ist und welche Maßnahmen nötig sind, damit die Wasserversorgung auch künftig gesichert bleibt, ist Thema in „Auf ein Wort“.