Die Tat ereignete sich laut Ermittlern gegen 9.00 Uhr in einer Wohnung im Bezirk Ried. Zwischen dem 37‑Jährigen und seiner ehemaligen Lebensgefährtin kam es zu einem Streit. Dabei soll der Mann ein Küchenmesser genommen und auf die Frau eingestochen haben. Zwei Kinder der 30‑Jährigen befanden sich währenddessen in einem anderen Zimmer und dürften von der Tat nichts mitbekommen haben.
Alois Ebner von der Staatsanwaltschaft Ried im Innkreis sagte gegenüber dem ORF OÖ dazu: „Es hat sich heute gegen 9.00 Uhr ein Beziehungsstreit zwischen dem Verdächtigen und dem späteren Opfer ergeben.“ Im Zuge dessen habe der Mann „ein Küchenmesser genommen und zweimal in den Rücken der Frau eingestochen“. Die Klinge soll 15 Zentimeter lang gewesen sein.
Der schwer verletzten Frau gelang danach die Flucht zu einem Nachbargrundstück. Der 37‑Jährige lief ihr laut Staatsanwaltschaft mit dem Messer nach. Zwei vorbeikommende Verkehrsteilnehmer nahmen die Frau schließlich in ihrem Auto auf.
Fahrer verhindert weiteren Angriff
Wie Ebner schilderte, wollte der Tatverdächtige die Fahrzeugtür öffnen und die Frau erneut attackieren. „Der Täter ist nachgekommen, wollte die Autotüre aufmachen und die Frau neuerlich attackieren. Das konnte der Fahrer aber verhindern und ist weggefahren“, sagte der Staatsanwalt. Beim Wegfahren habe der 37‑Jährige noch „auf das Auto eingestochen“.
Kurz darauf nahmen Einsatzkräfte den Mann in seiner Wohnung fest. Widerstand leistete er laut Polizei nicht. Die mutmaßliche Tatwaffe wurde sichergestellt. Bei seiner ersten Einvernahme gestand der 37‑Jährige die Tat. Laut Ermittlern äußerte er auch eine Tötungsabsicht.
Ermittlungen wegen versuchten Mordes
Die Staatsanwaltschaft geht derzeit von versuchtem Mord aus. „Aufgrund des Tatverhaltens – zwei Stiche in den Rücken mit einem langen Messer – gehen wir von einem versuchten Mord aus“, sagte Ebner. Als Motiv gilt Eifersucht. Laut Ermittlern dürfte die Frau die langjährige Beziehung beendet haben und inzwischen eine neue Beziehung führen. „Das hat zur Eskalation geführt“, so Ebner.
Der 37‑Jährige hatte zum Zeitpunkt der Festnahme laut Staatsanwaltschaft mehr als zwei Promille Alkohol im Blut. Die 30‑Jährige wurde zunächst im Krankenhaus Ried versorgt und danach mit dem Notarzthubschrauber in ein Linzer Krankenhaus gebracht. „Sie ist außer Lebensgefahr“, sagte Ebner. Der Mann soll am Samstag in die Justizanstalt Ried eingeliefert werden.
Hilfe im Krisenfall
In Österreich finden Frauen, die Gewalt erleben, u. a. Hilfe und Informationen bei der Frauen-Helpline unter 0800-222-555, Frauenhelpline.at, beim Verein Autonome Österreichische Frauenhäuser (AÖF) unter Aoef.at sowie beim Frauenhaus-Notruf unter 057722 und den Österreichischen Gewaltschutzzentren unter 0800/700-217, Gewaltschutzzentrum.at, beim Polizeinotruf 133 sowie in Oberösterreich beim Autonomen Frauenzentrum – Frauennotruf OÖ unter 0732/602200. Der Männernotruf (0800 246 247) bietet Männern in Krisen- und Gewaltsituationen eine erste telefonische Anlaufstelle. Auch die Krisenhilfe Oberösterreich ist rund um die Uhr unter der Telefonnummer 0732 2177 erreichbar.