Am Sonntag habe der Beschuldigte bei der Haftverhandlung gegenüber dem Richter erklärt, dass der Alkohol seine Erinnerung „vernebelt hat“, wie Alois Ebner, Sprecher der Staatsanwaltschaft Ried, schilderte. Der Mann habe gesagt, er könne sich aufgrund der starken Alkoholisierung nicht mehr genau erinnern, aber es werde wohl so gewesen sein, wie Zeugen den Vorfall geschildert haben. Die Untersuchungshaft wurde wegen Tatbegehungsgefahr verhängt.
Es stellte sich heraus, dass der Rumäne mit der 30-jährigen Polin eine jahrelange Beziehung geführt hatte, die jedoch immer wieder unterbrochen worden war. Am Freitag war es in der Früh zu einem Streit zwischen den beiden auf dem gemeinsamen Arbeitsplatz – einem Pferdehof in der Innviertler Gemeinde Mettmach – gekommen. Zuvor soll der Mann große Mengen an Alkohol getrunken haben, in der Früh wurden bei ihm laut Staatsanwaltschaft mehr als 2 Promille festgestellt.
Mann stach mit Arbeitsmesser zu
Durch den Streit soll der Mann ein Arbeitsmesser, mit dem üblicherweise Heuballen aufgeschnitten werden, genommen und damit auf seine Partnerin losgegangen sein. Dabei stach er mehrmals auf den Rücken der Frau ein. Die 30-Jährige konnte über eine Wiese flüchten. Dort hielt sie einen Autofahrer aus St. Johann am Walde an, mit im Auto war dessen schwangere Frau.
Der mutmaßliche Täter verfolgte die Frau mit dem Messer, sie konnte sich jedoch in das Auto flüchten. Als auch der Täter versuchte, in das Auto zu gelangen, schritt der Autofahrer ein. Es sei auch zu einem kleinen Gerangel zwischen Autofahrer und Täter gekommen, so der Staatsanwalt. Der Autofahrer habe die Türe zuschlagen und wegfahren können. Per Notruf wurde die Polizei alarmiert.
Antrag auf Untersuchungshaft
Beim Wegfahren habe der 37-Jährige noch mit dem Messer gegen die Heckscheibe gestochen. Kurze Zeit später wurde der Mann festgenommen, er leistete keinen Widerstand und behauptete, er hätte seine Partnerin töten wollen. Am Samstag schwächte er diese Aussage ab. Es wird wegen versuchten Mordes ermittelt, die Staatsanwaltschaft hat einen Antrag auf Untersuchungshaft eingebracht.
Opfer ist ansprechbar und außer Lebensgefahr
Die schwer verletzte Frau wurde zunächst im Krankenhaus Ried medizinisch versorgt, anschließend wurde sie vom Team des Notarzthubschraubers ins Kepler Universitätsklinikum gebracht. Laut Angaben der Staatsanwaltschaft ist die Frau außer Lebensgefahr und ansprechbar. Sie soll erst in der kommenden Woche einvernommen werden.
Die zwei Kinder der Frau – acht und zehn Jahre alt – waren im Wohngebäude des Pferdehofs und bekamen von der Tat nichts mit. Sie werden aktuell bei ihrem Großvater in Polen untergebracht.
Hilfe im Krisenfall
In Österreich finden Frauen, die Gewalt erleben, u. a. Hilfe und Informationen bei der Frauen-Helpline unter 0800-222-555, Frauenhelpline.at, beim Verein Autonome Österreichische Frauenhäuser (AÖF) unter Aoef.at sowie beim Frauenhaus-Notruf unter 057722 und den Österreichischen Gewaltschutzzentren unter 0800/700-217, Gewaltschutzzentrum.at, beim Polizeinotruf 133 sowie in Oberösterreich beim Autonomen Frauenzentrum – Frauennotruf OÖ unter 0732/602200. Der Männernotruf (0800 246 247) bietet Männern in Krisen- und Gewaltsituationen eine erste telefonische Anlaufstelle. Auch die Krisenhilfe Oberösterreich ist rund um die Uhr unter der Telefonnummer 0732 2177 erreichbar und bietet Unterstützung.