Nach vier Monaten gebe es hier noch immer kein Ergebnis und damit auch keinen Inflationsausgleich bei den Löhnen, beklagte die Verhandlungsleiterin der Gewerkschaft, Eva Eberhart: „Alle Beschäftigten, die in der Branche Hotellerie und Gastronomie arbeiten, verdienen Respekt und eine Abgeltung der Inflation von 3,6 Prozent. Die Wirtschaftskammer-Seite hat einseitig die Kollektivvertragsverhandlungen beendet. Es kann nicht sein, dass über eine Viertelmillion Menschen in dieser Branche die Abgeltung der Inflation nicht kriegen.“

Eine gut vierzigköpfige Gewerkschaftsdelegation hat sich daher am Sonntagvormittag in die Menschenmenge vor dem Salzburger Festspielhaus gemischt. Die Vertreter aus Tourismus und Gastgewerbe haben ihre Forderungen auf großen Ballons mitgebracht. Denn bei den seit Februar laufenden Lohnverhandlungen für rund 250.000 Beschäftigte gehe nichts weiter, wird beklagt.

Fotostrecke mit 6 Bildern

Mit dem Protest bei der Festspieleröffnung will die Gewerkschaft die Prominenz aus Politik und Wirtschaft direkt auf ihre Forderungen aufmerksam machen.

Man kämpfe für sämtliche Beschäftigte und auch für die Lehrlinge. Die Gewerkschaft sei jederzeit zu weiteren Verhandlungen bereit, wenn die Wirtschaftskammer auf diese Forderungen eingehe, so die Verhandlungsleiterin.

„Immer mehr verlassen die Branche“

In Österreich arbeiten bis zu 250.000 Beschäftigten im Tourismus. Die niedrigste Lohngruppe verdient bei einer 40-Stunden-Woche aktuell rund 1.645 Euro netto, heißt es seitens vida. Gleichzeitig würden Wohnen, Lebensmittel, Energie und Mobilität immer teurer. Deshalb könne die Gewerkschaft dem derzeitigen Abschluss nicht zustimmen. Man sehe ein sich verschärfendes Problem, nämlich dass immer mehr Menschen die Niedriglohnbranche verlassen.

Chefverhandler der Hoteliers verständnislos für Aktion

Der Chefverhandler der Arbeitgeberseite, der Salzburger Hotelier Georg Imlauer, hat hingegen wenig Verständnis für die Aktion der Gewerkschaft. Die Arbeitgeber hätten ihr Angebot bereits von 2,5 Prozent Lohnerhöhung auf 3,4 Prozent aufgebessert, sagte er.

Deshalb müsse auch die Arbeitnehmervertretung entgegenkommen und könne nicht auf ihrer Forderung nach einem Inflationsabgleich von 3,6 Prozent beharren. Laut Wirtschaftskammer soll es im August die nächste Verhandlungsrunde geben.