In Seekirchen am Wallersee ist der Grundwasserstand so niedrig wie noch nie. Eine Entspannung der Lage ist nicht in Sicht. „Die Wasserstände in unserer Gegend waren historisch noch nie so tief wie jetzt – das ist dramatisch. Wenn diese Trockenheit länger anhalten sollte, muss man darüber nachdenken, wie sich das in Zukunft darstellen lässt“, gab der Obmann der Salzburger Wasserversorger, Matthäus Wimmer zu bedenken.
Löschteich-Befüllen brachte Versorgung an Grenzen
Mit einem zusätzlichen Hochbehälter wurde in Schleedorf (Flachgau) das Trinkwasservolumen vor zwei Jahren verdoppelt. Trotzdem kommt die Wasserversorgung in diesem Sommer bereits an ihre Grenzen. Vor ein paar Wochen befüllte die Feuerwehr in der Gemeinde den Löschteich zu jenem Zeitpunkt, an dem die Haushalte für gewöhnlich den größten Wasserbedarf haben, zeitgleich wurde auch der Sportplatz bewässert: „Da haben die Systeme nur mehr Alarm angezeigt“, so Wimmer. Der Sportplatz in der Flachgauer Gemeinde wird seitdem nur noch zu Randzeiten bewässert.
Nußdorf pumpt Wasser aus Nachbargemeinden her
Auch in Nußdorf am Haunsberg im Norden des Flachgaus wird die Trockenheit zunehmend zum Problem. Die Quellen liefern hier derzeit zwei Drittel weniger Trinkwasser als in einem durchschnittlichen Sommer. Mit einer neuen Wasserleitung lässt die Gemeinde täglich bis zu hundert Kubikmeter Wasser aus der Nachbargemeinde Göming importieren.
Die Bevölkerung wurde bereits zum Wassersparen aufgerufen. Vor wenigen Wochen wurde hier sogar ein Hydrant von Unbekannten für private Zwecke angezapft. „Für Privatpersonen ist das ein absolutes Tabu. Hydranten sind nur für die Feuerwehr zugänglich und es gibt eine Vereinbarung mit dem Reinhalteverband oder mit Firmen, die eine Spülbohrung machen müssen, aber die hier immer Rücksprache mit der Gemeinde halten müssen“, schilderte die Bürgermeisterin von Nußdorf am Haunsberg, Waltraud Brandstetter (ÖVP).
Waldbrandverordnung gilt wieder landesweit
Am Montag gaben die Behörden zudem bekannt, dass ab Dienstag in allen Bezirken im Bundesland wieder Waldbrandverordnungen gelten. Auslöser dafür ist auch die anhaltende Trockenheit in Kombination mit der bevorstehenden Hitzewelle. Jegliches Feuermachen und Rauchen in Wald und Waldnähe ist bis auf Weiteres verboten.
Nussensee nach Kriegsrelikte-Fund wieder freigegeben
Nachdem am Samstagabend bei Bad Ischl (OÖ) unmittelbar nach der Landesgrenze Kriegsrelikte und Sprengstoff im Nussensee entdeckt worden waren, hat der Entminungsdienst des Bundesheeres den See am Montag abgesucht. Passanten hatten hier 22 Kilogramm Kriegsschrott entdeckt, nachdem der Pegelstand des Sees wegen der anhaltenden Trockenheit mehrere Meter unter dem langjährigen Durchschnitt liegt.
Die Bezirkshauptmannschaft hob die Sperre am Montagnachmittag auf. „Es wurden nur mehr kleine Teile bzw. Munitionsschrott, der nicht mehr sprengfähig ist, aufgefunden“, sagte Werner Tobisch vom Entminungsdienst.