Mit ihrem Stück „Lederwasch“ begibt sich die Theatergruppe Mokrit auf die Spuren des Künstlers und seiner Familie, der in Salzburg und der weiteren Umgebung zahlreiche Kirchen- und Fassmalereien ausführte. Weil die Geschichtsschreibung sich bisher vor allem mit den Männern der Familie beschäftigte, sollen im Theaterstück auch die Frauen berücksichtigt werden, betont Marcella Wieland von der Lungauer Kulturvereinigung.
Lungauer Maler Lederwasch: Theatergruppe feiert 300 Jahre
Lungauer Maler Lederwasch
Frauen waren nicht zur Malerlehre zugelassen
So sei inzwischen belegt, dass auch einige Frauen der Familie künstlerisch tätig waren. Da sie zur Malerlehre aber nicht zugelassen waren, ist von ihnen nur wenig bekannt, erklärt Historiker Klaus Heitzmann. Das Theaterstück nimmt sich hier nur wenige künstlerische Freiheiten.
Auch prestigeträchtige Aufträge wie Kirchenaltäre vermochten allerdings nicht über generell prekäre Lebensumstände in der Kunst damals zu täuschen. Beim Kuenburgaltar zum Beispiel musste der Künstler acht Jahre warten, bis er Geld von der Kirche als Auftraggeberin erhalten hat, so Heitzmann. Dennoch sei es Lederwasch gelungen, eines der schönsten Häuser in Tamsweg, das heutige Rathaus, zu kaufen, wo er mit seiner Frau und seinen zwölf Kindern auf drei Stockwerken wohnte.
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Schauspieler wollen weitere Forschung anstoßen
Auch der Lederwaschsaal im Schloss Kuenburg in Tamsweg erinnert an die Künstlerdynastie. Dort sind seit der Renovierung Szenen aus dem Soldaten-Alltagsleben ausgestellt – gemalt vom Urgroßvater des Titelhelden.
Auf der Bühne spielt auch ein Urenkel des Malers als Schauspieler: Christian Resch, Nachfahre der Familie Lederwasch, spielt die Rolle des damaligen Tamsweger Dechants. Die lebendige Erinnerung an die Familie Lederwasch soll mit weiterer Forschung in den kommenden Jahren nun noch gestärkt werden.