1.200 Tonnen Altkleider kommen jedes Jahr bei der Firma Soziale Arbeit zusammen, die Hälfte davon in der Landeshauptstadt und im Flachgau. Die Menge ist in den letzten Jahren um ein Drittel gestiegen.

Export nach Russland zum Erliegen gekommen

Trotzdem kann der Betrieb, der rund 50 Langzeitarbeitslose beschäftigt, aus eigener Kraft keine schwarze Null mehr schreiben, so Soziale-Arbeit-Geschäftsführer Christian Moik: „Wir haben mit unserem Abnehmer dadurch Probleme, dass er in den Osten exportiert. Die meiste Ware geht in den Osten, aber durch die Sanktionen gegen Russland ist dieses Geschäft zum Erliegen gekommen.“

„Dann haben ihn auch noch die höheren Löhne, die Transport- und die Logistikkosten derart unter Druck gebracht, dass er jetzt nicht mehr das zahlen kann, womit wir budgetiert haben. Man könnte sich zwar einen anderen Abnehmer suchen, aber wir haben uns für diesen Abnehmer entschieden, weil er zertifiziert ist: Er muss lückenlos nachweisen, wo die Ware hingeht“, so Moik.

300 Tonnen gesammelter Kleider gehen wieder in Verkauf

Was nicht an den externen Abnehmer geht, bleibt im Haus. Bei der Sozialen Arbeit können 300 Tonnen der insgesamt 1.200 gesammelten wieder in den Verkauf gegeben werden, etwa in den Second-Hand-Läden in der Stadt Salzburg, Hallein (Tennengau), Zell am See und Saalfelden (beide Pinzgau). Dafür muss die Ware penibel sortiert werden, gute Marken werden in den Shops verkauft. „Die andere Ware, die nicht so qualitativ hochwertig ist – und von der haben wir sehr viel in den letzten Jahren –, die landet dann bei unserem Verwerter“, erklärt Moik.

Altkleidersammlung: Mehr Ware, weniger Geld

Container voller Fast-Fashion-Kleidung

100 Sammelcontainer hat die Soziale Arbeit allein in der Stadt Salzburg, noch einmal etwa 100 ein anderer großer Altkleider-Verwerter. Die Mitarbeitenden sind täglich unterwegs, um die oft überquellenden Behälter zu leeren. „Die Qualität der Kleidung, die in den Containern landet, ist sehr geprägt von der Fast Fashion“, sagt der Logistikleiter bei Soziale Arbeit, Wolfgang Haider. In zwei Jahren müssen Kleiderhersteller per EU-Vorschrift für Sammlung und Recycling zahlen. Diese Kosten werden aber vermutlich auf den Kunden abgewälzt.