Nicht einmal seine Nachfolgerin Karin Bergmann konnte bis zuletzt sagen, ob das erste der beiden Konzerte Hinterhäusers im Großen Saal der Stiftung Mozarteum am Mittwochabend tatsächlich stattfinden würde, wie sie noch kurz zuvor gegenüber Ö1 klarstellte. Der Liederabend mit dem deutschen Barriton Matthias Goerne, den Hinterhäuser als Intendant noch selbst programmierte, war lange in der Schwebe – zu angespannt sei das Verhältnis zum ehemaligen Arbeitgeber gewesen, hieß es.
Das politisch geleitete Festspielkuratorium warf Hinterhäuser bekanntlich vor, sich ihm gegenüber nicht „wohlverhalten“ zu haben und ihn beurlaubt. Dass er nun als Pianist an seine Wirkungsstätte zurückkehrt, haben viele nicht erwartet. Statt einer Auswahl verschiedener Lieder stand da auf einmal Schuberts „Winterreise“. Seit 2014 tritt das Liedduo immer wieder mit diesem Liederzyklus auf.
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Standing Ovations von Asmik Grigorian
Am Mittwochabend lag spürbar Aufregung in der Luft, als nach der Durchsage mit der Bitte, die Handys auszuschalten, zwar das Licht gedimmt wurde, sich jedoch keine Tür auf der Bühne öffnete. Als einige Augenblicke später doch Matthias Goerne zusammen mit Markus Hinterhäuser auf die Bühne trat, brach umgehend Jubel aus. Einzelne Menschen im Publikum erhoben sich sogar von den Stühlen. Darunter auch Festivalliebling Asmik Grigorian, die laut und demonstrativ jubelte. Sie war zusammen mit Dirigent Teodor Currentzis zum Konzert gekommen. Beide gelten als Lieblinge Hinterhäusers und waren während seiner Zeit als Intendant Dauergäste im Programm.
Die minutenlangen Standing Ovations nach dem Auftritt galten in diesem Fall wohl mehr der Person als der musikalischen Leistung. Es ist Markus Hinterhäusers erster öffentlicher Auftritt nach seiner Absetzung als Festspiel-Intendant im März. Für ihn war es ein Heimspiel: Der Saal war bis zum letzten Platz gefüllt.
Nächster Auftritt im August
Anstelle einer Zugabe gab es ein zufriedenes Grinsen und Winken von Hinterhäuser. So verließ er die Bühne, als wäre er nie weg gewesen. Das nächste Wiedersehen steht auch schon fest: Am 11. August gibt er zusammen mit Igor Levit ein weiteres Konzert im großen Saal des Mozarteums.