Der Funkkontakt fand im Zuge eines internationalen Jugendlagers für junge Funkamateurinnen und Funkamateure statt. Vor dem ersten Funkkontakt zur internationalen Raumstation herrschte in Wagrain große Stille, denn bis kurz vor der Liveschaltung war nicht sicher, ob die Verbindung ins Wetlall tatsächlich gelingt.

Nur zehn Minuten langes Zeitfenster

Das Zeitfenster der französischen Astronautin Sophie Adenot war nur wenige Minuten lang. Neben technischer Ungewissheit gab es bis zuletzt auch das Risiko, dass das Gespräch wegen eines kurzfristigen Termins der Astronautin abgesagt werden muss.

Stimme aus dem Weltall erklang pünktlich um 15.00 Uhr

Pünktlich auf die Minute erklang dann am Mittwoch um 15.00 Uhr aber die Stimme aus dem Weltall: „I hear you well and clear – over“, sagte Adenot über den Funk. „Ein paar Minuten davor kann es noch immer passieren, dass der Astronaut eine wichtigere Aufgabe zu erledigen hat und somit unser Timeslot nach hinten gerückt wird, bis der nächste Überflug wieder stattfindet“, gab sich Florian Zwingl vom österreichischen Versuchssenderverband erleichtert.

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Hobbyfunker durften 20 Fragen ins Weltall stellen

Die jungen Hobbyfunker durften im Gespräch mit der Astronautin 20 Fragen stellen – der Großteil bezog sich auf die Technik, aber auch sehr persönliche Fragen interessierten die Jugendlichen: „Dürft ihr auf der Raumstation ein Handy benutzen?“, fragte eine Jugendliche aus Zypern. „Wie wascht ihr eure Wäsche?“, wollte eine Teilnehmerin aus Tschechien wissen. Das habe sie sich schon immer gefragt, führte die Tschechin an.

45 Meter hoher Funkturm in Wagrain aufgebaut

Damit der Funkkontakt ins Weltall gelingt, wurde in Wagrain ein 45 Meter hoher Funkturm aufgebaut, der deutlich höher war als der Kirchturm in der Gemeinde.

Jugendliche funken zu Astronautin ins Weltall

Gespräch aus dem Weltall würde 200.000 Dollar kosten

Das Zeitfenster für das Gespräch aus dem Weltall wurde auf zehn Minuten beschränkt. Für ein solches Telefonat würden für gewöhnlich 200.000 Dollar zu bezahlen sein. Die Kosten dafür übernimmt die Europäische Raumfahrtsagentur. „Das ist eine unglaubliche Chance, die man nicht alle Tag hat. Ich möchte selbst eines Tages ins Weltall. Schon mit einer echten Astronautin gesprochen zu haben, ist wirklich unglaublich“, sagte ein Hobbyfunker aus Brasilien.

Hobbyfunker auch gefragte Fachkräfte

Die jungen Funkerinnen und Funker beim Jugendlager in Wagrain waren bestens informiert über Antennentechnik, Kurzwelle und Satelliten. Technische Fachkräfte wie sie sind weltweit gefragt, insbesondere in Zeiten von Kriegen und Blackouts gewinnt der Amateurfunk immer mehr an Bedeutung.