Bei der Präsentation des Zwischenberichts zur Entwicklung der Kinderbetreuung in der Stadt Salzburg wurden die aktuellen Herausforderung für Pädagoginnen und Pädagogen in Betreuungseinrichtungen durch gesellschaftliche Veränderungen deutlich.

Träger können Kinder bei Konflikten abweisen

Eine neue Rechtslage ermöglicht den Trägern von Kinderbetreuungsreinrichtungen, Eltern bei wiederholten schweren Konfliktsituationen oder übergriffigem Verhalten die Aufnahme des Kindes in die Einrichtung zu verweigern. Ebenso kann ein Kind vorübergehend vom Besuch ausgeschlossen werden. Möglichkeiten wie diese seien mittlerweile auch notwendig, um Kinder und Personal zu schützen. „Es sind immer Spitzen, das ist nie die große Masse. Die Spitzen betreffen dich dann sehr stark, dass es zu starken Beschimpfungen kommt, wenn Dinge nicht so erledigt werden, wie sich die Menschen das vorstellen“, sagte die Amtsleiterin für Schulen und Kinderbetreuung in der Stadt Salzburg, Jutta Kodat.

Beratung mit Polizei, um deeskalierend zu wirken

Die Leitungen der städtischen Betreuungseinrichtung hätten dabei volle Rückendeckung von politischer und Amtsseite, in solchen Ausnahmesituationen rechtliche Werkzeuge zu nutzen. „Es ist nicht einfach, vom Hausrecht Gebrauch zu machen. Dafür machen wir auch Beratungen mit der Polizei, um die Menschen deeskalierend hinauszubringen“, so Kodat.

Salzburgs Bürgermeister Bernhard Auinger (SPÖ) spricht dabei von Einzelfällen: „Wir müssen unseren Leitungen die Möglichkeit geben, wenn eine Partnerschaft überhaupt nicht funktioniert, auch Konsequenzen zu geben“, so Auinger.

Generell gäbe es immer mehr Eltern, die sich auch in Elternbeiräten positiv engagieren. Manche Eltern hingegen scheinen ein komplettes Desinteresse am Kontakt zur Betreuungseinrichtung ihrer Kinder zu haben. „Hier wird es intensiver und es braucht mehr Gespräche und mehr Miteinander und auch mehr Entwicklungsgespräche auch mit den Kindern“, schilderte Monika Baumann vom Kindergartenreferat der Stadt Salzburg.

Intensive Mediennutzung beeinflusst Verhalten der Kinder

Auch das Aufwachsen der Kleinkinder und Babys noch vor dem Eintritt in eine Einrichtung habe sich gravierend verändert – vor allem in Bezug auf die mittlerweile intensive Mediennutzung bei Kleinkinder. Das ändert nicht nur den Betreuungsalltag im Allgemeinen, auch die Zahl der Kinder mit einer Autismus-Spektrum-Störung würde aus diesem Grund steigen: „Wahrnehmungsstörungen bei Kindern sind mit den neuen Medien ein großes Thema“, so Amtsleiterin Kodat.

Fünf Prozent der Kinder benötigen Inklusionsbegleitung

Von 3.800 zu betreuenden Kindern in der Stadt brauchen 200 aktuell eine Inklusionsbegleitung. Diese erfolgt durch speziell ausgebildetes Personal. 81 solcher Integrationskräfte sind bei der Stadt Salzburg angestellt.